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Ein Dorf wird zur Grossbaustelle

In Preda laufen die Vorarbeiten zum zweiten Albulabahntunnel. Bald schwillt die Zahl der Einwohner um ein Mehrfaches an – zum zweiten Mal in der Geschichte der kleinen Siedlung in Graubünden.

Arbeiter und ihre Familien in Preda, als die Baulokomotive per Holzkarren angeliefert wurde. Die Aufnahme entstand während des Baus des Albulatunnels 1898–1903. Foto: PD
Arbeiter und ihre Familien in Preda, als die Baulokomotive per Holzkarren angeliefert wurde. Die Aufnahme entstand während des Baus des Albulatunnels 1898–1903. Foto: PD

Das Dorf wirkt, als wäre es durch die Hand eines Modelleisenbahnfans mit Hang zur Nostalgie erschaffen worden. Ein schmuckes Bahnwärterhäuschen steht vor der Tunnelröhre, Chalets und ein paar Tannen sind locker in den Hang gesetzt, dahinter stechen Bergspitzen in die Wolken. In seiner Liebe zum Detail hat der Eisenbähnler ein kleines Schild ans Bahnhofsgebäude geklebt: «Schlittelvermietung». Vor ein paar Wochen aber sind die Bagger ins Idyll eingefallen und bauen das Feriendorf nun dröhnend zu einem Installationsplatz um. In einem Jahr werden die ganz grossen ­Maschinen auffahren – Raupenbagger, Schaufellader oder Bohrjumbos, die in ihren Krakenarmen Bohrer so gross wie Baumstämme halten und damit Löcher für Sprengsätze in den Berg treiben. Bis zu 200 Arbeiter werden hier in den nächsten Jahren den zweiten Albulabahntunnel bauen.

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