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Ein Linksrutsch mit Folgen

Nicht nur die SVP, auch die Grünen haben einen bemerkenswerten inhaltlichen Wandel durchlaufen. Das stellt die Partei vor Herausforderungen.

Die Positionierung der Schweizer Parteien im politischen Raum hat sich im Verlauf der letzten Jahrzehnte teilweise markant verändert. Am augenfälligsten war die Bewegung der SVP weg vom Bürgerblock ins konservative Lager, wie Redaktion Tamedia anhand einer animierten Grafik aufzeigte. Doch auch im linken Spektrum kam es zu einem Wandel: Während die SP über die Jahre inhaltlich relativ stabil blieb, wurden die Grünen deutlich liberaler und linker – und näherten sich damit den Sozialdemokraten bis zur Überlappung an.

Diese bemerkenswerte Entwicklung hat viel mit der Geschichte der vergleichsweise jungen Partei zu tun: Sie entstand 1983 aus einer Vielzahl ökologisch geprägter, regionaler Bewegungen. In den Gründungsjahren verhalfen ihnen Themen wie die Waldsterben-Debatte und die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl zum Erfolg. Danach rückten in den 1990er Jahren aussenpolitische Themen sowie in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld sozialpolitische Fragen in den Vordergrund. Die EWR-Abstimmung 1992, zu der die Grünen die Nein-Parole beschlossen hatten, markierte einen Wendepunkt für die Partei: «Die darauf folgende Abgrenzungsdebatte wurde stark von der SVP geprägt. Die Grünen positionierten sich als Kontrast dazu bewusst als aussenpolitisch offene Partei», sagt Politgeograf Michael Hermann, der die Grafik erstellt hat. Das EWR-Nein führte auch zu einer Annäherung der Kantonalsektionen. Die Deutschschweizer Grünen, denen heimatschützerische Anliegen wichtiger waren, politisierten von da an aussenpolitisch übereinstimmend mit den zuvor linksliberaleren Westschweizer Sektionen.

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