Ein Viertel der Bevölkerung erhält Prämienverbilligung

Rund 2,2 Millionen Schweizer haben 2017 bei den Krankenkassen eine individuelle Vergünstigung bezogen. Bund und Kantone kostete dies 4,5 Milliarden Franken.

Vor allem den ärmsten 30 Prozent der Haushalte komme die Individuelle Prämienverbilligung (IPV) zugute. (Symbolbild Keystone)

Vor allem den ärmsten 30 Prozent der Haushalte komme die Individuelle Prämienverbilligung (IPV) zugute. (Symbolbild Keystone)

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In der Schweiz erhält ein gutes Viertel der Bevölkerung eine individuelle Verbilligung der Krankenkassenprämien. Im letzten Jahr haben Bund und Kantone dafür 4,5 Milliarden Franken ausgegeben.

Von den rund 2,2 Millionen Menschen, die 2017 eine individuelle Prämienverbilligung bezogen, hatten gleichzeitig rund 380'000 Ergänzungsleistungen (EL) und rund 330'000 Sozialhilfe, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Monitoring des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) hervorgeht.

Obwohl die durchschnittliche finanzielle Belastung der Haushalte zugenommen hat, erzielt das System der obligatorischen Krankenpflegeversicherung insgesamt einen bedeutenden Umverteilungseffekt zugunsten der ärmsten Haushalte, wie es weiter heisst.

Vor allem den ärmsten 30 Prozent der Haushalte komme die Individuelle Prämienverbilligung (IPV) zugute. Das sei auch jene Bevölkerungsgruppe, die am meisten medizinische Leistungen zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) beziehe. Am meisten profitierten davon Einelternfamilien.

Grosse Unterschiede von Kanton zu Kanton

Je nach Kanton zeigt sich eine sehr unterschiedliche Handhabung der IPV. Die Beiträge pro Einwohner schwankten zwischen 372 Franken im Kanton Nidwalden und 991 Franken in Basel-Stadt. Die Anzahl der Bezügerinnen und Bezüger liege zwischen 19 Prozent im Kanton Luzern und 35 Prozent im Kanton Schaffhausen.

Im Durchschnitt hätten die Kantone 42 Prozent der Kosten übernommen, schreibt das BAG weiter. Gegenüber 2014 sei ihr Beitrag somit um gut zwei Prozent und gegenüber 2010 sogar um fast neun Prozent. Die IPV sei pro Kopf am höchsten im Kanton Graubünden, gefolgt von den Kantonen Zug, Tessin, Waadt und Basel-Stadt. Am tiefsten sei die IPV im Kanton Appenzell-Innerrhoden.

Prämien belasten Budgets immer stärker

Der Bericht zeigt laut BAG auch, dass die Beiträge zur IPV weniger rasch steigen als die Prämien der obligatorischen Krankenpflegeversicherung. Faktisch bedeute dies, dass die Prämien das Budget von Haushalten in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen immer mehr belasteten.

Haushalte mit Kindern seien stärker betroffen als jene ohne Kinder. 2017 habe die durchschnittliche finanzielle Belastung durch die Krankenversicherung 14 Prozent des verfügbaren Einkommens aller Haushalte in allen Kantonen entsprochen.

2014 habe sich diese Belastung noch auf zwölf Prozent belaufen. Sie sei im Kanton Zug mit sieben Prozent am tiefsten und in den Kantonen Jura und Basel-Landschaft mit 18 Prozent am höchsten (sep/sda)

Erstellt: 06.12.2018, 10:23 Uhr

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