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Ein Wasserkraftwerk so leistungsfähig wie das AKW Gösgen

Das Pumpspeicherkraftwerk Nant de Drance wird wesentlich grösser als ursprünglich geplant. Das Uvek hat grünes Licht für die Erweiterung der bereits in Bau befindlichen Anlage gegeben.

Die Gesamtleistung soll einst 900 Megawatt betragen: Baustelle des Pumpspeicherkraftwerks in Nant de Drance (30. Juni 2009).
Die Gesamtleistung soll einst 900 Megawatt betragen: Baustelle des Pumpspeicherkraftwerks in Nant de Drance (30. Juni 2009).
Keystone
Der Bau des Kraftwerks startete im Jahr 2006.
Der Bau des Kraftwerks startete im Jahr 2006.
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Ab 2016 soll die Anlage in Zeiten mit hohem Strombedarf vor allem für die SBB zusätzlichen Strom produzieren: SBB-Chef Andreas Meyer bei einer Ansprache auf der Staumauer.
Ab 2016 soll die Anlage in Zeiten mit hohem Strombedarf vor allem für die SBB zusätzlichen Strom produzieren: SBB-Chef Andreas Meyer bei einer Ansprache auf der Staumauer.
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Ursprünglich war eine Anlage mit vier Turbinengruppen und einer Gesamtleistung von 600 Megawatt geplant. Mit Hilfe von zwei weiteren 150-Megawatt-Turbinengruppen wird die Gesamtleistung nun nachträglich auf 900 Megawatt gesteigert. Damit wird Nant de Drance annähernd die gleiche Leistung haben wie das Atomkraftwerk Gösgen.

Das Uvek bewilligte auch die Erhöhung der Staumauer von Vieux-Emosson um 21,5 Meter. Damit wird das Volumen des Speichersees verdoppelt, wie das Uvek am Dienstag mitteilte. Die Einsprachen von drei Walliser Gemeinden wurden nach Verhandlungen zurückgezogen, wie Marianne Zünd vom Bundesamt für Energie auf Anfrage sagte.

Die Nant de Drance SA verpflichtete sich, neben den bereits vorgesehenen Umweltkompensationsmassnahmen weitere Massnahmen im Umfang von rund 10,5 Millionen Franken umzusetzen. Es handelt sich um Moor-Sanierungen oder Aufforstungen, die nicht in direktem Zusammenhang mit dem Kraftwerkbau stehen.

Strom auf Abruf

An der Nant de Drance SA sind der Stromkonzern Alpiq mit 54 Prozent, die SBB mit 36 Prozent und der Kanton Wallis mit 10 Prozent beteiligt. Seit Juni 2009 baut das Unternehmen bei Finhaut VS ein unterirdisches Pumpspeicherkraftwerk zwischen den beiden Stauseen Emosson und Vieux-Emosson.

Nach Angaben von Alpiq verzögert sich der Fahrplan für den Bau wegen der Erweiterung nicht. Wie geplant soll die Anlage ab 2016 in schrittweise in Betrieb gehen. Produziert wird so genannter Spitzenstrom für Zeiten mit hohem Bedarf.

Dieser ist vor allem für die SBB bestimmt. Wegen dichterer Fahrpläne und modernerer Züge braucht das Bahnunternehmen bis 2030 rund 40 Prozent mehr Leistung. Einen Teil dieses zusätzlichen Bedarfs soll mit Nant de Drance abgedeckt werden.

Das Kraftwerk funktioniert als geschlossener Kreislauf zwischen den beiden Emosson-Seen. Mit günstigem Strom aus Wasser-, Atom- und Kohlekraftwerken wird nachts Wasser vom unteren in den oberen See gepumpt. Bei Bedarf - etwa wenn zur vollen Stunde in der ganzen Schweiz Dutzende von Zügen gleichzeitig anfahren - wird das Wasser durch die Turbinen geschickt.

Einsprachen beigelegt

Unter dem Strich wird in Pumpspeicherkraftwerken wie Nant de Drance aber nicht Strom produziert, sondern lediglich gespeichert - der Wirkungsgrad der Anlage beträgt 80 Prozent. Die Auswirkungen auf die Umwelt sind jedoch gering, weil sich sowohl die Leitungsstollen für das Wasser wie auch die Pump- und Turbinenanlagen im Berg befinden. Nach Angaben der Bauherrin tangiert das Kraftwerk auch keine frei fliessenden Gewässer.

Die Kosten für die Anlage bezifferte die Nant de Drance SA vor der Erweiterung auf 990 Millionen Franken. Wie teuer das vergrösserte Projekt zu stehen kommt, wollen die beteiligten Unternehmen erst mitteilen, wenn sie die Leistungssteigerung Ende Juni formell beschlossen haben.

SDA/mrs

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