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Eine freiere Gesellschaft – oder der Ruin der Schweiz?

Im Nationalrat fällt die Initiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen durch. In der Umfrage von Redaktion Tamedia erfährt das Anliegen grössere Unterstützung.

mw

Die Debatte über das bedingungslose Grundeinkommen eignete sich gut für prägnante Aussagen: Bei der Vorlage handle es sich um ein «gigantisches Subventionsprojekt für die Wirtschaft», sagte selbst der grüne Nationalrat Balthasar Glättli, der selber Sympathien für das Anliegen hegt. Seine Ratskollegen auf der bürgerlichen Seite wurden noch deutlicher: Sie sprachen von einem «wohlstandsdegenerierten Anliegen» (Sebastian Frehner, SVP), «Faulpelzen» (Peter Keller, SVP), einer «Utopie fernab der realen Welt» (Ruth Humbel, CVP) und einer «entsicherten Handgranate in unseren Händen» (Daniel Stolz, FDP).

Blass fielen da die Voten der Gegenseite aus: Von einer «faszinierenden Idee», die dem Recht auf ein menschenwürdiges Dasein aller gerecht werde, sprach Ursula Schneider Schüttel (SP); ansonsten bemängelten die wenigen zurückhaltenden Befürworter vorwiegend, Bundesrat und Bürgerliche wollten das Anliegen nicht gebührend vertieft prüfen. Nach mehrstündiger Debatte war klar: Eine deutliche Mehrheit der Nationalräte lehnt die Initiative ab.

Viele Befürworter halten Betrag für sinnvoll

An der – nicht repräsentativen – Umfrage von Redaktion Tamedia hingegen haben viele Befürworter eines bedingungslosen Grundeinkommens teilgenommen. 49 Prozent von 3112 Antwortenden geben an, das Anliegen der Initianten zu unterstützen, während sich nur 42 Prozent dagegen aussprechen.

Für all diejenigen, die ein bedingungsloses Grundeinkommen zumindest für prüfenswert halten, stellt sich die Frage, wie hoch ein solches denn optimalerweise angesetzt würde. Für 2500 Franken haben sich die Initianten entschieden. In der Umfrage hält ein grosser Teil der Befürworter diesen Betrag für sinnvoll, eher wenige können sich einen noch höheren Betrag vorstellen, während einige einen tieferen Betrag wählen würden.

Über die Folgen der Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens gehen die Erwartungen weit auseinander. 44 Prozent geben an, sie erhofften sich eine freiere und gerechtere Gesellschaft in der Schweiz, 39 Prozent hingegen, die Vorlage würde den Staat ruinieren.

Zentral bei der Einschätzung der Folgen ist die Frage, wie viele der Empfänger des Grundeinkommens ganz oder teilweise auf eine Erwerbstätigkeit verzichten würden und wie viel ehrenamtliches Engagement resultieren würde. Unter dem Strich sind die Befragten bei sich selber dabei optimistischer als in Bezug auf die ganze Gesellschaft: Während 33 Prozent erwarten, dass viele nicht mehr arbeiten gehen würden, geben nur 12 Prozent an, dass sie selber gänzlich auf eine Arbeit verzichten würden, wenn sie ein Einkommen erhielten.

Eine Mehrheit der Befürworter spricht sich derweil dafür aus, dass nur Schweizer sowie Ausländer, die schon länger in der Schweiz leben, ein Grundeinkommen erhalten.

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