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Eine Gaspipeline mit Schweizer Beteiligung

Doris Leuthard möchte mit Griechenland die Zusammenarbeit in Energiefragen intensivieren. Dabei geht es auch um eine neue Gaspipeline, an der eine Schweizer Firma massgeblich beteiligt ist.

Treffen mit dem griechischen Amtkollegen: Energieministerin Doris Leuthard und Papakonstantinou in Bern. (26. März 2012)
Treffen mit dem griechischen Amtkollegen: Energieministerin Doris Leuthard und Papakonstantinou in Bern. (26. März 2012)
Keystone

Die Schweiz und Griechenland wollen ihre Zusammenarbeit in Energiefragen verstärken. Die für Energie zuständige Bundesrätin Doris Leuthard und ihr griechischer Amtskollege Papakonstantinou haben heute in Bern eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet.

Die Erklärung sieht die Förderung erneuerbarer Energien in Griechenland vor. Dabei geht es vor allem um die Nutzung von Sonnenenergie. Auch nimmt das Memorandum of Understanding Bezug auf die Zusammenarbeit im Projekt für die Gaspipeline Trans Adriatic (TAP).

Tochter der Axpo ist beteiligt

Diese Pipeline soll von Griechenland aus über Albanien und durch die Adria Erdgas aus dem Kaspischen Meer nach Italien transportieren. Am Projekt beteiligt ist – nebst Statoil aus Norwegen und der deutschen E.On Ruhrgas – das Schweizer Energiehandelsunternehmen EGL, eine Tochter der Axpo.

Die Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) habe mit dem griechischen Energieminister Giorgos Papakonstantinou über die Pipeline diskutiert, hiess es nach dem Treffen vor den Medien in Bern.

«Der Weg ist noch lang», sagte Leuthard am Montag in Bern. Einen genauen Zeitplan wollte sie nicht nennen. Betriebsbereit könnte die Gaspipeline frühestens im Jahr 2017 sein. Erdgas ist – hinter Erdöl und Elektrizität – die drittwichtigste Energiequelle für die Schweiz. Der gesamte Bedarf wird importiert.

Ähnliche Vereinbarungen

Die Absichtserklärung hält unter anderem fest, dass die Zusammenarbeit und die Investitionen von Unternehmen in den beiden Ländern vereinfacht werden soll. Die Schweiz hat bereits ähnliche Vereinbarungen mit der Türkei und Aserbeidschan abgeschlossen – beide ebenfalls in Hinblick auf die Gaspipeline TAP.

TAP ist nicht das einzige Projekt für den Transport von Gas aus dem Kaspischen Meer und dem Mittleren Osten nach Europa. Die von der EU unterstützte Pipeline Nabucco soll Erdgas via Türkei und Südosteuropa nach Österreich bringen. Initiator von Nabucco war das österreichische Gas- und Ölunternehmen OMV. Weiter buhlt der britische Energiekonzern BP mit dem Projekt Seep um Gas.

Für Gas aus Aserbeidschan hatte TAP im vergangenen Februar einen Etappensieg errungen: Die Betreiber des aserbeidschanischen Gasfeldes Shah Deniz entschieden sich gegen das italienisch-griechische Projekt IGI Poseidon und damit für TAP als mögliche südliche Route für aserbeidschanisches Gas.

Gemäss EGL wird nun in einem zweiten Schritt entschieden, ob Nabucco oder Seep als nördliche Route infrage kommen soll. In einer Art Finale entscheidet Aserbeidschan schliesslich, ob TAP oder die favorisierte nördliche Route das Gas aus Shah Deniz erhalten soll.

Profitieren vom Wissen der Schweiz

Zu den erneuerbaren Energien sagte Papakonstantinou am Montag in Bern, dass sein Land auf das Wissen der Schweiz zähle. Der griechische Energieminister nutzte weiter die Gelegenheit, das Projekt «Helios» zu präsentieren.

In Griechenland sollen Solarpanels aufgestellt werden, die Strom für ganz Europa liefern. Ein erstes Ziel Griechenlands ist es, in den nächsten Jahrzehnten bis zu zwanzig Milliarden Euro an Investorengeldern zusammenzubekommen. Während seines Besuchs in Bern tauschte sich Papakonstantinou auch mit Schweizer Unternehmern aus.

(SDA)

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