Endlich nützliche Eritreer

Den billigsten Zaun gibts für 3'629'400 Franken: Wie die Schweiz einzurüsten wäre.

Was die Mazedonier können, können wir schon lange: Drahtzaun an der griechisch-mazedonischen Grenze. Foto: Nake Batev (Keystone)

Was die Mazedonier können, können wir schon lange: Drahtzaun an der griechisch-mazedonischen Grenze. Foto: Nake Batev (Keystone)

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1959 Kilometer Grenzlänge. Das ist die offizielle Zahl, die man beim Bundesamt für Landestopografie bekommt, wenn man mit der Planung von Andreas Glarners Grenzzaun beginnt. Da die Invasion, in Burkas gekleidet, aus dem Süden kommt, beginnen wir mit dem Verdrahten dort. Immerhin ist die schweizerisch-italienische Grenze 789 Kilometer lang.

Um ästhetisch Viktor Orbans Zaun in nichts nachzustehen, muss der Nato-Zaun her. Sich elegant windende, in der Tessiner Sonne silbrig schimmernde Drahtrollen mit spitzigen Klingen, designt, um sich in Kleider und Fleisch zu verhaken. Im Internet gibt es 100 Meter bereits zum Preis von 46 Franken. Lieferung inklusive. Bei Amazon ist der Artikel, angeboten vom Verkäufer «Krisenvorsorge», momentan nicht verfügbar. Hamsterkäufe?

Im aufgerollten Zustand schützen 100 Meter Nato-Zaun circa 30 Meter Grenze. Wir brauchen also 789'000 Meter. Ergibt 26'300 Zaunrollen. Um eine anständige Höhe zu erreichen, müssen diese aber mindestens dreifach gelegt werden. Also 78'900 Rollen. Mal 46 Franken macht das 3'629'400 Franken. Das ist die billigste Variante.

Günstiger als der Kauf des Stacheldrahtes ist das Aufstellen. Die Schweizer Armee machts. Möglicherweise könnte man das für Asyl­suchende falsch eingesetzte Geld kompensieren. Zudem könnten die nicht bedrohten Eritreer, die mit ihrem Smartphone in der Hängematte liegen – also alle –, mit anpacken. Integration.

Das geht alles gut bis Ponte Tresa. Dann müssen wir Taucher engagieren, um den Lago di Lugano zu sichern. Und damit ist noch nichts über die Walliser Alpen gesagt. Aber auch das wäre lösbar. Bergsteiger mit Steigeisen, Energieriegel und Nato-Zaunrollen würden die Dufourspitze vor dem Feindbild schützen. Was für eine hochstehende Aufgabe.

Erstellt: 05.05.2016, 23:28 Uhr

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