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Entlassen, degradiert und befördert

Zum Fall des Obersts der Schweizer Armee, der wegen eines Bombenanschlags verurteilt wurde, sind neue Details bekannt geworden.

In der Schweizer Armee sind erstaunliche Karrieren möglich. Das zeigt die Geschichte eines 55-jährigen Mannes aus dem Berner Oberland, der im letzten April zum Oberst befördert wurde, obwohl er sich eine schwere Straftat geleistet hatte. Der Mann hatte sich im Oktober 1987 mit einem Bombenanschlag an seiner Ex-Freundin rächen wollen. Sieben Jahre später wurde er zu einer bedingten Gefängnisstrafe von zehn Monaten verurteilt. Dann schied er aus der Armee aus, ehe er zehn Jahre später zurückkehrte.

Wie erst jetzt bekannt wird, ist der damalige Oberstleutnant vom EMD (heute VBS) entlassen worden. Gleichzeitig wurde ihm der Titel eines Eidgenössischen Schiessoffiziers aberkannt. Dies berichtet der «Blick», der sich auf Informationen eines damaligen EMD-Funktionärs beruft, der den Fall des Bombenlegers kannte. Diese Informationen konnte das VBS nicht bestätigen, weil die entsprechenden Personalakten offenbar vernichtet worden waren. Nach etwa zehn Jahren werden solche Akten geschreddert.

VBS: Kein Sicherheitsrisiko

Der 55-jährige Oberst ist laut VBS seit Dezember 2004 als «projektbezogener Mitarbeiter» für das Kompetenzzentrum Swissint in Stans tätig. Dabei arbeitet er als Ausbildner für künftige Swisscoy-Soldaten im Kosovo. Vor der Rückkehr in die Armee musste er sich einer Personensicherheitsprüfung unterziehen. Dabei stellte sich heraus, dass der frühere Bombenleger kein Sicherheitsrisiko darstellt. Diesen Befund bestätigte eine erneute Personensicherheitsprüfung vor zwei Jahren.

Trotz seiner Vergangenheit behält der 55-Jährige seine Stelle bei der Swissint, wie das VBS vor ein paar Tagen verlauten liess. Zudem darf er den Oberst-Grad behalten.

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