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Entlastung zahlt sich aus

Lehrerinnen und Lehrer sind überdurchschnittlich oft von Burn-out betroffen. Dies wirkt sich aber nicht nur negativ auf die Lehrpersonen aus.

MeinungVon Daniel Schneebeli

Was erhält man, wenn ein Lehrer unter eine Dampfwalze gerät? Einen farbigen Ferienprospekt. Der Witz ist alt. Aber hartnäckig hält sich der Verdacht, dass dessen Aussage wahr ist: Lehrerinnen und Lehrer sind Ferientechniker mit ihren 13 Wochen Urlaub. Nun zeigt sich mit den neuen Zahlen, dass der Stammtisch falsch liegt. Lehrerinnen und Lehrer sind besonders häufig von Burn-out betroffen. In Deutschland zum Beispiel scheiden Lehrpersonen im Schnitt zehn Jahre vor dem regulären Pensionsalter aus dem Dienst aus. In der Schweiz ist das Problem nicht minder gravierend. In der Stadt Zürich werden jedes Jahr viele Lehrpersonen wegen ihres Stresses IV-abhängig. Innert fünf Jahren sind so rund 400 Arbeitsjahre verloren ­gegangen, und der Invalidenversicherung sind Kosten in Millionenhöhe entstanden.

Natürlich gibt es in anderen Berufen auch Burn-out, wir kennen sie aus Bundesbern: Natalie Rickli, Yvan Perrin, Rolf Schweiger. Doch Lehrer sind weit überdurchschnittlich betroffen. Der Lieblingsgrund, den Lehrpersonen angeben, ist die Belastung durch Schulreformen: neue Unterrichtsformen, Kooperation mit anderen Lehrern, mehr Zusammenarbeit mit den Eltern, Integration von schwierigen Schülern. Doch der Lehrerberuf war schon vor allen Reformen ein Verschleissjob. Wer mit Kindern oder – noch anstrengender – mit Teenagern arbeitet, weiss: Jeden Morgen muss man die Zügel vor der Klasse neu in die Hände nehmen, eine Anlaufzeit hinter dem Computer gibt es nie, und am Abend kann es nach einem schlechten Tag ganz schön weiterarbeiten im Kopf.

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