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Erdogans Einfluss auf Schweizer Moscheen

Der türkische Präsident unterstützt hierzulande angeblich antiwestliche Propaganda und fördert den ultra-konservativen Islam. Wie das möglich ist.

Nach aussen ist die Stiftung unabhängig, dahinter steckt jedoch der türkische Machtapparat: Erdogan im Jahr 2009 am World Economic Forum in Davos. (29. Januar 2009)
Nach aussen ist die Stiftung unabhängig, dahinter steckt jedoch der türkische Machtapparat: Erdogan im Jahr 2009 am World Economic Forum in Davos. (29. Januar 2009)
Peter Klaunzer, Keystone

Seit Jahren nimmt Recep Tayyip Erdogan offenbar massiv Einfluss auf Muslime in der Schweiz. Mittel, Personal und Inhalte von immer mehr Moscheen werden direkt vom türkischen Staat mitbestimmt, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. Das mächtige Religionsministerium in Ankara finanziert 35 Imame, ein Predigernetz von Genf bis St. Gallen, von Basel bis ins Tessin.

Seit 2013 hat sich die Zahl der türkischen Staats-Imame in der Schweiz nahezu verdoppelt, heisst es im Artikel weiter. Möglich machte das eine Lockerung der Bewilligungspraxis des Bundes.

Kopftuchpflicht und Propaganda-Reden

Viele der Prediger sprechen schlecht Deutsch und vertreten einen streng konservativen Islam. Laut Moschee-Gängern verkommen die Freitagsgebete zunehmend zu antiwestlichen Propaganda-Reden, Frauen werden dazu angehalten, Kopftuch zu tragen.

Über eine Zürcher Stiftung unterstützt die Türkei zudem 50 Moschee-Vereine. Gegen Aussen gibt sich die Stiftung unabhängig, tatsächlich ist sie ein direkter Ableger des türkischen Machtapparates. Als Stiftungsrats-Präsident amtet der Chef des Religionsministeriums persönlich, ein enger Vertrauter Erdogans.

Ausländische Finanzierung müsse verboten werden

Angesichts der politischen Entwicklung und der Islamisierung der Gesellschaft in der Türkei fordern Experten Massnahmen. «Es darf nicht sein, dass Erdogan bestimmt, welcher Islam in der Schweiz legitim ist», sagt Saïda Keller-Messahli vom Forum für einen fortschrittlichen Islam.

Die «Import-Imame» seien mit der Sprache und dem Alltag der jungen Muslime in der Schweiz überfordert. «So entstehen Parallelgesellschaften.» Die Politik müsse die Finanzierung aus dem Ausland verbieten - so wie das Österreich tut.

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