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Erste Frau in der SBB-Konzernleitung

Jeannine Pilloud wird Leiterin Personenverkehr bei der SBB. Damit nimmt erstmals eine Frau in der Konzernleitung Einsitz. Das Bahnunternehmen bezeichnet Pilloud als erfahrene Managerin und Führungspersönlichkeit.

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War bislang als Senior Vice President für ein internationales Telekommunikationsunternehmen tätig: Jeannine Pilloud.
War bislang als Senior Vice President für ein internationales Telekommunikationsunternehmen tätig: Jeannine Pilloud.

Erstmals sitzt eine Frau in der SBB-Konzernleitung: Der Verwaltungsrat hat die 46-jährige Jeannine Pilloud am Freitag als Leiterin Personenverkehr gewählt. SBB-CEO Andreas Meyer bezeichnete die Wahl als «historisch».

Nach zwei Jahren sei damit einer der wichtigsten Posten der SBB wieder definitiv besetzt, freute sich Verwaltungsratspräsident Ulrich Gygi an einer kurzfristig einberufenen Medienkonferenz in Bern. Er überreichte der neuen Personenverkehrschefin einen Stapel Fahrpläne - «zum Auswendiglernen», wie er augenzwinkernd anfügte.

20 Jahre Managementerfahrung

Pilloud verfügt laut SBB über 20 Jahre Managementerfahrung und ist derzeit noch Senior Vice President für das international tätige Telekommunikationsunternehmen T-System. Dort führt sie einen Bereich mit rund 5000 Mitarbeitenden.

Pilloud sei zwar keine Bahnspezialistin, verfüge aber über ein grosses technisches Verständnis und wisse, wie man «Kunden anlacht», sagte Gygi. Zudem habe sie auch in schwierigen Situationen «ihre Frau gestanden».

Architektin, Schwimmerin und Mutter

Die 46-Jährige wird ihren neuen Job im ersten Semester 2011 antreten. «Ich freue mich, nach acht Jahren internationaler Tätigkeit meine Erfahrung in die Schweiz zurückzubringen», sagte sie während ihrer Präsentation.

Mit Pilloud wird der Frauenanteil bei den SBB von derzeit 7,5 Prozent im Kaderbereich deutlich steigen. Konzernweit waren im letzten Jahr 14,2 Prozent der Angestellten Frauen.

Vielseitiger Lebenslauf

Jeannine Pilloud ist in Dübendorf aufgewachsen und studierte in Zürich Germanistik, Geschichte und Publizistik, absolvierte 1984 die Journalistenschule von Ringier, studierte an der ETH Architektur und absolvierte den Master of Business Administration in London.

Sie ist zudem ehrenamtliche Direktorin des Schweizerischen Schwimmverbandes «Swiss Swimming», liebt Fahrradfahren und Rollschuhlaufen. Sie ist verheiratet, Mutter zweier Kinder und wohnt in Zollikon ZH.

Die Division Personenverkehr, welche Pilloud künftig leiten wird, zählt auf ihren Zügen täglich 910'000 Kundinnen und Kunden. Sie beschäftigt rund 12'000 Mitarbeitende und prägt das Image der SBB massgeblich.

Gewerkschaft erfreut

Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) zeigte sich erfreut über die Wahl von Jeannine Pilloud. Es sei positiv, dass erstmals eine Frau in die Konzernleitung der SBB gewählt worden sei.

Im Gegensatz zu ihrem Vorgänger Jürg Schmid sei bei der neuen Leiterin Personenverkehr erkennbar, dass sie über Führungserfahrung auf dem erforderlichen Niveau verfüge, sagte SEV-Sprecher Peter Moor- Trevisan. Als branchenfremde Managerin müsse sie sich jedoch noch in die Materie einarbeiten.

«Normalzustand» nach «unglücklicher Stellenbesetzung»

Jürg Schmid hatte die SBB noch in der Probezeit verlassen, wie die SBB Ende Mai mitteilte. An der Medienkonferenz am Freitag sagte Gygi, er hoffe, dass das Unternehmen mit Pilloud nach der «etwas unglücklichen Stellenbesetzung» wieder zum «Normalzustand» zurückkehre.

Zurzeit wird der Personenverkehr interimistisch von Urs Schlegel geleitet. Er tritt im Frühjahr in den Ruhestand.

(SDA)

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