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Erste Interessenten für Pelli-Nachfolge

Im April entscheiden die Delegierten über die Nachfolge von FDP-Präsident Fulvio Pelli. Jetzt meldeten sich die ersten Parlamentarier, die in seine Fussstapfen treten möchten.

Packt seine Siebensachen: Fulvio Pelli hört als FDP-Präsident auf. (10. Februar 2012)
Packt seine Siebensachen: Fulvio Pelli hört als FDP-Präsident auf. (10. Februar 2012)
Keystone
Pelli macht Platz für den Nachfolger: Nationalrat Philipp Müller (AG) wäre bereit. (10. Februar 2012)
Pelli macht Platz für den Nachfolger: Nationalrat Philipp Müller (AG) wäre bereit. (10. Februar 2012)
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Wird ebenfalls als Kandidat gehandelt: Der Zürcher Nationalrat Ruedi Noser. (10. September 2010)
Wird ebenfalls als Kandidat gehandelt: Der Zürcher Nationalrat Ruedi Noser. (10. September 2010)
Keystone
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Nationalrat Philipp Müller (AG) und Ständerat Pankraz Freitag (GL) haben offiziell ihr Interesse am Parteipräsidium der FDP angemeldet. Die Delegierten entscheiden am 21. April, wer die Nachfolge des abtretenden Präsidenten Fulvio Pelli antritt.

Die Findungskommission, die von alt Nationalrätin Martine Brunschwig Graf geleitet wird, zeigte sich erfreut über die Kandidaturen. Mit Müller und Freitag interessierten sich zwei «erfahrene und einflussreiche» Politiker für das Parteipräsidium.

Zehn Jahre Regierungsrat

Der Generalunternehmer Philipp Müller vertritt den Kanton Aargau seit 2003 im Nationalrat. Der 59-Jährige machte in jüngster Zeit insbesondere mit Forderungen nach einer schärferen Ausländerpolitik auf sich aufmerksam. Daneben setzte er sich für die «Too-big-to- fail»-Vorlage und eine Weissgeldstrategie ein.

Der ebenfalls 59-jährige Mathematiker Pankraz Freitag sitzt seit März 2008 in der kleinen Kammer. Zuvor war er während zehn Jahren Glarner Regierungsrat. Freitag trete «entschlossen für einen sparsamen Bundeshaushalt ein», teilte die Partei mit. Er habe sein Interesse angemeldet, nachdem er von «verschiedenster Seite» angefragt worden sei, sagte Freitag auf Anfrage.

Noch keine definitive Kandidatur

Ob die beiden Interessenten auch tatsächlich kandidieren, ist noch offen. Er werde sich nun diese Woche mit der Findungskommission zum Gespräch treffen und anschliessend den definitiven Entscheid fällen, sagte Freitag zur Nachrichtenagentur sda.

Auch Müller will das Hearing in der Kommission abwarten, wie er auf Anfrage sagte. Ob er in eine Wahl gegen Freitag gehen würde, liess er offen. In der «NZZ am Sonntag» hatte sich Müller mit den Worten zitieren lassen, er wolle «kein Duell» und sein Wille, das Präsidium zu übernehmen, werde überschätzt.

Nach der Anhörung der Interessenten wird die Findungskommission bis zum 16. März einen Bericht zuhanden der Konferenz der Präsidenten der Kantonalparteien (PKK) verfassen. Die Kandidaten werden dann zusätzlich von der PKK angehört, worauf diese allenfalls eine Empfehlung ausspricht, aber keine Vorauswahl vornimmt.

Noser hält sich bedeckt

Neben den beiden offiziellen Interessenten galten auch die neu in den Ständerat gewählte St. Gallerin Karin Keller-Sutter und der Zürcher Nationalrat Ruedi Noser als mögliche Kandidaten für die Pelli-Nachfolge.

Während Keller-Sutter eine Kandidatur schon früh ausgeschlossen hatte, hielt sich Noser stets bedeckt. Auch am Montag wollte er sich auf Anfrage nicht zur Frage äussern.

Der neue Parteipräsident müsse neben einem «ausgewiesenen Engagement für liberale Politik» auch «Charisma und wirtschaftliche Unabhängigkeit» mitbringen, teilte die Partei mit. Ausserdem werde ein grosses zeitliches Engagement von wöchentlich rund 30 Stunden erwartet.

Mehrere Kandidaten für Vizepräsidium

Ebenfalls neu besetzt wird das FDP-Vizepräsidium. Die Meldefrist für Interessenten läuft noch bis 31. März. Bereits haben laut Mitteilung mehrere Personen bei der Findungskommission ihr Interesse angemeldet. Namen wurden keine genannt.

Der Tessiner Fulvio Pelli leitete die Geschicke des Freisinns während sieben Jahren. Bei den Eidgenössischen Wahlen vom letzten Jahr war er als Nationalrat nur knapp wiedergewählt worden.

Die Aufgabe des neuen Parteipräsidenten wird es sein, den Sinkflug der FDP zu stoppen. Die Partei hat seit 1979 kontinuierlich an Wählerstimmen eingebüsst. Immerhin ist es ihr bisher gelungen, die beiden freisinnigen Sitze im Bundesrat zu verteidigen.

Am gleichen Tag wie die Freisinnigen wählen auch die Grünen ihren neuen Präsidenten oder ihre neue Präsidentin. Nach dem Rücktritt des 59-jährigen Genfer Nationalrates Ueli Leuenberger zeichnet sich ein Generationenwechsel ab.

SDA/kle

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