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«Es braucht schon einen chronischen Konflikt»

Das neue Urteil zeige, dass das Bundesgericht die Latte hoch ansetze für die Verweigerung der gemeinsamen elterlichen Sorge, sagt Rechtsprofessor Roland Fankhauser.

Viele Väter wollten zwar das gemeinsame Sorgerecht, kümmerten sich aber nicht von Anfang an genügend um ihre Kinder, sagt der Experte: Eine Alltagsszene mit einem Kleinkind. (Archivbild: Keystone)
Viele Väter wollten zwar das gemeinsame Sorgerecht, kümmerten sich aber nicht von Anfang an genügend um ihre Kinder, sagt der Experte: Eine Alltagsszene mit einem Kleinkind. (Archivbild: Keystone)

Herr Fankhauser, im vergangenen Sommer hat das Bundesgericht einer Mutter das alleinige Sorgerecht zugeteilt, weil die Eltern in einem Dauerkonflikt zueinander standen. Nun sagt das Bundesgericht in einem neuen Urteil, es gebe keinen Grund, einem Elternteil das alleinige Sorgerecht zu erteilen, nur weil dieser einen Konflikt mit dem andern Elternteil befürchtet. Was sagen Sie zum neuen Urteil?

Dieser Entscheid war so zu erwarten, er ist folgerichtig verglichen mit dem Weg, welchen das Bundesgericht mit seinem ersten Entscheid eingeschlagen hat. Im vergangenen August kam es zum Schluss, dass es sich bei einer chronischen Konfliktsituation zwischen den Eltern rechtfertige, vom gemeinsamen Sorgerecht abzusehen. Nun sagt das Gericht, es reiche jedoch nicht, das gemeinsame Sorgerecht zu verweigern, wenn ein Elternteil bloss pauschal auf die Möglichkeit eines Konflikts hinweist.

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