Es geht um 160'000 Franken: Neuer Verdacht an Elite-Uni HSG

Die Universität St. Gallen hat ihre Spesen-Affäre aufgearbeitet. Dabei ist sie auf einen neuen Fall gestossen.

Nach der HSG-Spesenaffäre wird ein weiterer Verdachtsfall abgeklärt. (Archivbild) Bild: Christian Beutler/Keystone

Nach der HSG-Spesenaffäre wird ein weiterer Verdachtsfall abgeklärt. (Archivbild) Bild: Christian Beutler/Keystone

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Im Zug einer 2018 aufgedeckten Spesen-Affäre hat die Universität St. Gallen (HSG) sämtliche Institute einer Sonderprüfung unterzogen. Dabei stiessen die Prüfer auf einen weiteren Verdachtsfall, in dem es um Honorare von 160'000 Franken geht.

In diesem «unklaren Einzelfall» seien noch mehr Abklärungen nötig, heisst es in der Medienmitteilung des Kantons und der HSG vom Mittwoch. Man habe den Betroffenen eine Frist bis zum 9. Dezember gesetzt, um alles offenzulegen, sagte Bildungsdirektor Stefan Kölliker an einer Medienkonferenz.

Danach will der Universitätsrat, dem Kölliker vorsteht, entscheiden, «ob rechtliche Massnahmen eingeleitet werden müssen oder nicht». Im Verdachtsfall geht es um Honorare von 160'000 Franken, die über einen Zeitraum von fünf Jahren ausbezahlt und von Dritten finanziert wurden.

Worum es dabei ging und welches Institut betroffen ist, sagten die Verantwortlichen nicht. Wegen der laufenden Abklärungen würden keine weiteren Angaben gemacht.

Keine systematischen Verstösse

Abgesehen von diesem Fall hätten die Sonderprüfungen, die von April bis September dauerten, «keine wesentlichen, systematischen Abweichungen von Vorschriften» zu Spesen und Nebenbeschäftigungen zutage gebracht. Die Regierung und das Rektorat werteten dies positiv, sagte Kölliker. Es sei «ein Kulturwandel in Gang gekommen».

Im Frühling 2018 waren missbräuchliche Spesenbezüge am HSG-Institut für Finanzwirtschaft, Finanzrecht und Law and Economics bekannt geworden. Dessen Direktor wurde wegen überhöhter Spesenbezüge freigestellt, und die Universität reichte gegen ihn Strafanzeige ein. Die HSG geriet in die negativen Schlagzeilen.

Als Konsequenz aus der Affäre ordneten die Regierung und das HSG-Rektorat die Sonderprüfung an: Während eines halben Jahrs nahmen Fachleute der kantonalen Finanzkontrolle sowie die Finanzabteilung der HSG mehrere Tausend Belege aus dem Jahr 2018 zu Spesen, Honoraren, Nebentätigkeiten und Transaktionen mit nahestehenden Personen unter die Lupe.

In einzelnen Fällen wurde die Prüfung auch auf die Vorjahre ausgedehnt. Sämtliche Institute, Profit-Center und anderen Einheiten der Universität wurden durchleuchtet.

Klarere Reglemente

Als Konsequenz aus der Spesenaffäre hat die HSG ihr Spesen- und Auslagenreglement überarbeitet. Klarer formuliert wurden etwa die Regelungen für Hotelspesen oder Referentenhonorare, wie Prorektor Peter Leibfried erklärte. Seit 2018 habe im Umgang mit Spesen «eine gewisse Selbstdisziplinierung stattgefunden».

Die Universität sei in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Daher sei der Fokus mehr auf die damit verbundenen Herausforderungen gerichtet gewesen als auf bürokratische Regelungen wie zu Spesen, sagte der Professor und Spezialist für Rechnungslegung und Revision. Nun würden die nötigen Verbesserungen umgesetzt.

(oli/sda)

Erstellt: 30.10.2019, 12:34 Uhr

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