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«Es gibt genug Romands im Bundesrat»

Für den Berner Politologen Adrian Vatter von der Uni Bern ist die Favoritenrolle für den neuen Bundesrat klar verteilt. Er rechnet Thomas Aeschi die grössten Chancen aus.

Offiziell als Bundesratskandidaten nominiert (von links): Thomas Aeschi, Norman Gobbi und Guy Parmelin.
Offiziell als Bundesratskandidaten nominiert (von links): Thomas Aeschi, Norman Gobbi und Guy Parmelin.
Peter Schneider, Keystone

Die Würfel sind gefallen, die SVP-Fraktion hat am Freitagabend ihre Bundesratskandidaten nominiert. Dabei hat sie alle drei Landesteile berücksichtigt. So schlägt die Fraktion der vereinigten Bundesversammlung am 9. Dezember vor, Thomas Aeschi (ZG), Guy Parmelin (VD) oder Norman Gobbi (TI) zu wählen.

Für den Berner Politologen Adrian Vatter von der Universität Bern ist klar, wer dabei als grosser Favorit gilt: «Es ist ganz klar der Deutschschweizer Thomas Aeschi, der zur Debatte steht.» Innerhalb

Gobbi nicht wirklich wählbar

Natürlich gebe das erwartete Dreierticket eine Auswahl, sagte Vatter am Freitagabend auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Ebenso klar sei aber, dass der Zuger Nationalrat Aeschi als einziger eine reelle Chance auf eine Wahl innerhalb dieses Dreiertickets habe.

Parmelin könnte zum Verhängnis werden, dass mit Alain Berset (SP) und Didier Burkhalter (FDP) bereits zwei Westschweizer in der Regierung sitzen. «Es gibt genug Romands im Bundesrat», sagte Vatter. Und auch Gobbi sei nicht wirklich wählbar, weil der frühere Lega-Politiker erst seit wenigen Wochen der SVP angehöre.

Sprengkandidatur nicht ausgeschlossen

Wegen dieser begrenzten Auswahl dürfe auch die Möglichkeit einer «wilden» Kandidatur nicht unterschätzt werden, sagte Vatter weiter. «Es gibt eine gewisse Unzufriedenheit im Parlament, dass die SVP nur einen Deutschschweizer zur Auswahl stellt – gerade weil dieser Deutschschweizer als Kandidat mit sehr engem Draht zu Christoph Blocher gilt.»

Laut Vatter werden die linken Kräfte im Parlament sowie die CVP in den nächsten Tagen und Wochen Diskussionen führen über Alternativen. «Ob dann tatsächlich ein Sprengkandidat lanciert wird, lässt sich heute noch nicht sagen.»

«SVP wird Verhalten nicht ändern»

Auch wenn die SVP einen ihrer Favoriten durchbringt, rechnet Vatter nicht mit einer «neuen SVP». Die Partei habe auch zwischen 2003 und 2007, als Blocher als Justizminister amtete, Oppositionspolitik betrieben. «Dies wird sich mit einem zweiten Bundesrat nicht ändern.»

SDA/bee

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