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«Es wären Rückfälle in die 1990er-Jahre möglich»

Der Kurdenspezialist Hans-Lukas Kieser vermutet, dass eine weitere Zuspitzung des Konflikts auch hierzulande zu weiteren Gewaltausbrüchen führen könnte.

Hans-Lukas Kieser ist Professor für Geschichte an der Universität Zürich und Spezialist für die Kurdenfrage.
Hans-Lukas Kieser ist Professor für Geschichte an der Universität Zürich und Spezialist für die Kurdenfrage.
zvg

Warum schwappt der kurdisch-türkische Konflikt genau jetzt nach Bern und damit in die Schweiz über?

Die Situation in der Türkei hat sich in den letzten Wochen und Tagen massiv verschlechtert. Seriöse Beobachter sind sich einig, dass der Staatspräsident Tayyip Erdogan dafür die entscheidende, wenn auch nicht alleinige Verantwortung trägt. Er hat den vorherigen Friedensprozess mit den Kurden nicht mit dem geforderten Ernst, sondern nach Massgabe persönlicher Machtambitionen betrieben. Zudem hat er sich von den radikalislamistischen Kräften nie überzeugend distanziert. Er hat sie im Gegenteil für seine Nahostpolitik instrumentalisiert. Ausserdem hat Erdogan auch die AKP in einen scharfen Gegensatz zu den Kurden gebracht. Die Partei ist ihm nämlich als unantastbarem Führer hörig geworden.

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