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«Es wird weiter versucht, das Folterverbot zu relativieren»

Dick Marty hat im Auftrag des Europarats die Geheimgefängnisse der CIA in Europa aufgedeckt. Laut dem FDP-Ständerat haben die Menschenrechte auch in der Schweiz keine Priorität. Ein Interview.

US-Militärpolizisten bewachen im Camp X-Ray auf der Basis Guantánamo Gefangene, denen vorgeworfen wird, den Taliban oder der al-Qaida anzugehören (11. Januar 2002).
US-Militärpolizisten bewachen im Camp X-Ray auf der Basis Guantánamo Gefangene, denen vorgeworfen wird, den Taliban oder der al-Qaida anzugehören (11. Januar 2002).
Shane T. McCoy, Keystone

Sie sind kürzlich zum Vizepräsidenten der Weltorganisation gegen die Folter ernannt worden. Wie gross ist der Rückschlag, den die Menschenrechte durch den 11. September erlitten haben?

Die Lage der Menschenrechte verschlechtert sich nach wie vor. Es wird weiter versucht, das absolute Folterverbot zu relativieren. Das ist ein Rückschritt der Zivilisation. Selbst hier im Bundeshaus gibt es Stimmen, die solche Forderungen aufstellen. Zum Beispiel der Neuenburger Nationalrat und SVP-Vizepräsident Yves Perrin. Die Tatsache, dass der Vizepräsident einer Schweizer Regierungspartei öffentlich den Einsatz von Folter erwägt - wohlgemerkt jemand, der ausserdem eine hohe Funktion in einem kantonalen Polizeikorps innehatte -, ist sehr gefährlich.

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