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Es wird zu viel operiert

Zweitmeinungen vor Eingriffen hin oder her: Die Schweiz krankt an Überbehandlung.

Das Einholen einer Zweitmeinung vor grösseren Eingriffen stösst auf breite Zustimmung. So ist auch bei der Initiative der CSS wenig Kritik zu hören. Die Krankenkasse will es Versicherten erleichtern, innert nützlicher Frist eine zusätzliche Beurteilung durch einen Spezialisten zu erhalten. Dies nicht als Beruhigungspflästerchen für Patienten, die sich vor ­einem Eingriff fürchten und ganz sichergehen wollen, dass es wirklich das Beste für sie ist. Die Zweitmeinungen sollen vielmehr dazu beitragen, dass in der Schweiz weniger chirurgische Eingriffe vorgenommen werden.

Zwar sieht sich die operierende Zunft gerne als weltweit spitze. Doch passt dazu, dass die Schweiz etwa beim Hüftgelenkersatz in der OECD fast am meisten Eingriffe vornimmt – die Hälfte mehr als Gross­britannien oder ein Drittel mehr als die USA? Und wie anders als mit Überbehandlung lässt es sich erklären, dass Einwohner der Kantone Bern oder Glarus über dreimal häufiger Knieprothesen erhalten als diejenigen der Kantone Obwalden oder Genf?

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