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ETH Lausanne erhält EU-Milliardenprojekt

Die EU gibt die Gewinner von wissenschaftlichen Prestigeprojekten bekannt: Die ETH Lausanne koordiniert ein Hirnforschungsprojekt und soll dafür eine Milliarde Euro Fördergelder erhalten.

Der Mann, der das menschliche Gehirn im Computer simulieren will: EPFL-Professor Henry Markram. (28. Januar 2013)
Der Mann, der das menschliche Gehirn im Computer simulieren will: EPFL-Professor Henry Markram. (28. Januar 2013)
Keystone
Mit einem Infrarot-Mikroskop zeichnen die Forscher die Aktivität von Neuronen auf.
Mit einem Infrarot-Mikroskop zeichnen die Forscher die Aktivität von Neuronen auf.
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«Das Gehirn zu verstehen, ist eine der grössten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts»: Henry Markram, Direktor des Human Brain Project (HBP) der ETH Lausanne. (9. Mai 2011)
«Das Gehirn zu verstehen, ist eine der grössten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts»: Henry Markram, Direktor des Human Brain Project (HBP) der ETH Lausanne. (9. Mai 2011)
Keystone
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Die ETH Lausanne (EPFL) darf frohlocken: Für ihr Human Brain Project (HBP) erhält sie über die nächsten zehn Jahre eine Milliarde Euro EU-Fördergelder. Das Hirnforschungsprojekt ist als einer von zwei Siegern aus dem FET-Flagship-Programm der EU hervorgegangen. Das teilte die ETH Lausanne heute Montag mit.

Beim Human Brain Project will ein Team um den Neurowissenschaftler Henry Markram mithilfe eines Supercomputers das menschliche Gehirn im Detail simulieren. Das bessere Verständnis des Gehirns solle neue Ansätze gegen neurologische Erkrankungen liefern, sagte EU-Forschungskommissarin Neelie Kroes. Zudem nehmen die Forscher das Hirn als Vorbild für künftige Supercomputer.

Dass die EU ausgerechnet ein Projekt an einer Schweizer Hochschule fördere, sehe sie nicht problematisch, so die Kommissarin. Schliesslich seien Forscher aus vielen EU-Ländern eingebunden.

Graphen-Projekt zweiter Sieger

Das zweite Gewinnerprojekt, das ebenfalls eine Milliarde Euro aus dem Fördertopf der EU zugesprochen bekommt, wird von der Chalmers-Universität im südschwedischen Göteborg koordiniert. Es geht dabei um das erst vor wenigen Jahren entdeckte hochleistungsfähige Material Graphen.

Dieser kohlenstoffbasierte Werkstoff soll laut den beteiligten Forschern nichts weniger als eine «Revolution in der Informations- und Kommunikationstechnik» bewirken. Anwendung finden soll Graphen etwa in der Computerchipindustrie, im Flugzeug- und Autobau oder bei mobilen Kommunikationsgeräten. Auch an diesem Projekt sind verschiedene Schweizer Forschungsgruppen beteiligt, darunter Physiker der Universität Zürich, wie die Uni mitteilte.

Zu Beginn 26 Projekte am Start

Beworben hatten sich ursprünglich 26 Grossprojekte für das FET-Flagship-Programm, mit welchem die EU visionäre und gross angelegte Forschungsprogramme unterstützen will. Andere Forschungsstandorte in den USA oder Japan sollen so schärfere Konkurrenz erhalten.

Im vergangenen März reduzierte sich die Anzahl der Siegesanwärter auf sechs, Anfang letzter Woche blieben noch vier übrig. Drei davon waren Projekte mit Schweizer Federführung oder Beteiligung. Nebst dem HBP hatte die EPFL auch noch «Guardian Angels for a Smarter Planet» im Rennen.

Guardian Angels und FuturICT auf den Ehrenplätzen

Guardian Angels will technische Geräte entwickeln, die den Menschen begleiten und ihm nützen. So könnte die Gesundheit von Patienten auf Schritt und Tritt überwacht werden. Dazu müssen die Geräte aber ihre Verbrauchsenergie selber erzeugen – etwa indem sie Bewegung oder Temperaturunterschiede in elektrische Energie umwandeln.

Die ETH Zürich ihrerseits war mit dem Projekt FuturICT in die engere Auswahl gelangt. FuturICT will eine riesige Analyseplattform errichten, um die Welt besser zu verstehen. Das weltumspannende Computermodell, der Living Earth Simulator, soll mit immens vielen Daten gefüttert werden. Dadurch liessen sich zum Beispiel bessere Voraussagen treffen zu drohenden Wirtschafts- oder Finanzkrisen.

(sda/dapd)

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