Ex-Chefermittler soll Bundesstrafrichter werden

Vor vier Monaten wurde Olivier Thormann von Bundesanwalt Michael Lauber freigestellt. Jetzt hat er neue Pläne.

Thormann kehrt trotz Entkräftung der Vorwürfe gegen ihn nicht zur BA zurück.

Thormann kehrt trotz Entkräftung der Vorwürfe gegen ihn nicht zur BA zurück. Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone

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Olivier Thormann, ehemaliger Chef der Abteilung Wirtschaftskriminalität bei der Bundesanwaltschaft (BA), wird als ordentlicher Richter für die Berufungskammer des Bundesstrafgerichts vorgeschlagen. Die Bundesversammlung entscheidet am 20. März über die Kandidatur. Vor seiner Kaderposition bei der Bundesanwaltschaft war Thormann Untersuchungsrichter im Kanton Freiburg, zudem ist er Lehrbeauftragter an der Universität Freiburg.

Thormann wurde Anfang November 2018 von Bundesanwalt Michael Lauber freigestellt. Ihm wurde unter anderem vorgeworfen, er habe zum ehemaligen Chef des Rechtsdienstes der Fifa zu wenig Distanz gehabt und dadurch das Amtsgeheimnis verletzt. Die Untersuchung durch einen ausserordentlichen Staatsanwalt entkräftete die Vorwürfe. Thormann kehrte trotzdem nicht zur BA zurück.

Die Berufungskammer des Bundesstrafgerichts entscheidet über Beschwerden in Fällen, die von der Bundesanwaltschaft beim Bundesstrafgericht angeklagt werden. Gegen Urteile der Strafkammer gab es bisher nur eine Beschwerdemöglichkeit beim Bundesgericht in Lausanne. Seit dem 1. Januar 2019 gibt es als neue Instanz die Berufungskammer in Bellinzona.

Am Bundesstrafgericht werden künftig immer wieder Fälle verhandelt werden, die Thormann als Leiter der Wirtschaftsabteilung der BA begleitet hat. Dazu sagt Jean-Paul Gschwind, Präsident der Gerichtskommission: «Wir sehen kein Problem. An den Entscheiden sind immer drei Richter beteiligt. Zudem kann Thormann in Einzelfällen in den Ausstand treten.»

(cb)

Erstellt: 07.03.2019, 12:50 Uhr

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