Exit mit so vielen Neubeitritten wie noch nie

13'413 Menschen sind der Sterbehilfeorganisation Exit alleine in der Deutschschweiz 2014 beigetreten. Stark angestiegen ist auch die Zahl der Freitodbegleitungen.

Die Sterbehilfeorganisation wird immer grösser: Das Exit International Logo am Exit in Zürich (15. Juni 2012)

Die Sterbehilfeorganisation wird immer grösser: Das Exit International Logo am Exit in Zürich (15. Juni 2012) Bild: Alessandro Della Bella/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Noch nie sind so viele Menschen der Sterbehilfeorganisation Exit in der Deutschschweiz und im Tessin beigetreten wie im vergangenen Jahr. Der Verein verzeichnete die rekordhohe Zahl von 13'413 Neubeitritten.

Insgesamt haben sich im vergangenen Jahr 583 Menschen entschieden, mit Hilfe von Exit aus dem Leben zu scheiden, 25 Prozent mehr als 2013. Das Durchschnittsalter lag bei 77,5 Jahren, wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch heisst.

Insgesamt hat Exit rund 2500 Anfragen von Sterbewilligen erhalten. In rund 900 Fällen sind Abklärungen für eine Freitodbegleitung getroffen worden. Das seien 21 Prozent mehr als im Vorjahr, schreibt der Verein.

Die häufigsten Gründe für einen begleiteten Freitod bleiben laut Exit Krebs im Endstadium, Alterskrankheiten sowie chronische Schmerzerkrankungen. Die meisten Sterbebegleitungen erfolgten in den Kantonen Zürich (210), Bern (86), Aargau (49), St. Gallen (38), Basel-Stadt (25) und Basel-Land (29).

Ungebrochene Nachfrage

Dass die Nachfrage nach den Exit-Dienstleistungen ungebrochen ist, belegen die steigenden Mitgliederzahlen. Bereits 2013 hatte die Organisation mit 8000 Beitritten einen überdurchschnittlichen Zuwachs verzeichnet.

Der Trend hat sich zu Beginn dieses Jahres fortgesetzt. So seien allein im Januar und Februar 5000 weitere Mitglieder aufgenommen worden, schreibt Exit. Damit zähle die Organisation derzeit über 86'000 Mitglieder.

Exit führt den starken Zuwachs unter anderem auf das grosse Medieninteresse der vergangenen Jahre zurück. Weiter verweist der Verein auf die steigenden Einwohnerzahlen, auf die alternde Bevölkerung sowie auf die Zunahme der Demenzdiagnosen. Dazu komme, dass eine «stetig selbstbestimmtere Generation ins Alter kommt».

Die Beitritte erfolgen laut Exit typischerweise im Alter um die 50 Jahre, das Durchschnittsalter beträgt über 65 Jahre. Drei Fünftel der Mitglieder sind Frauen.

Auch in der Romandie verzeichnet Exit steigende Mitgliederzahlen, wie Jérôme Sobel, Präsident von Exit in der Westschweiz, auf Anfrage sagte. Die genauen Zahlen für die Westschweiz werden am 25. April in Martigny VS bekannt gegeben. (rub/sda)

Erstellt: 11.03.2015, 06:52 Uhr

Artikel zum Thema

Doppelt so viele Exit-Anmeldungen seit Jennys Freitod

Nach dem Freitod des Alt-Ständerats This Jenny haben sich innert drei Tagen über 575 Personen bei der Sterbehilfeorganisation angemeldet. Eine ähnliche vorübergehende Zunahme gab es laut Exit schon einmal. Mehr...

Selbstbestimmt bis in den Tod

Seit acht Monaten engagiert sich Exit für den Altersfreitod. Wie aber ist es, wenn sich die eigenen Eltern dafür entscheiden? Eine Tochter erzählt. Mehr...

Nur bei Exit ist die Hilfe zum Suizid unentgeltlich

In der Schweiz gibt es insgesamt fünf Sterbehilfeorganisationen. Was unterscheidet sie voneinander? Was haben sie gemeinsam, und wie arbeiten sie? Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blog

Kommentare

Paid Post

Wie zahlen sich Investitionen in Analytics und KI aus?

Analytics und künstliche Intelligenz (KI) stehen bei vielen Unternehmen oben auf der Agenda. Das bedeutet aber nicht, dass die Investitionen auch zu einem geschäftlichen Mehrwert führen.

Die Welt in Bildern

Feuerschweif: Eine Spezialeinheit demonstriert am Indian Navy Day in Mumbai ihr Können. (4. Dezember 2019)
(Bild: Francis Mascarenhas) Mehr...