«Fehlende Kommunikation ist das Hauptproblem»

Der Stadtpräsident Alec von Graffenried bestreitet die Vorwürfe der Polizei am Berner Stadtparlament.

Der Stadtpräsident Alec von Graffenried in der Berner Reitschule.

Der Stadtpräsident Alec von Graffenried in der Berner Reitschule. Bild: Franziska Rothenbühler

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Herr von Graffenried, Kritiker sagen, die Polizei erhalte vom Gemeinderat zu wenig politische Unterstützung und beklage sich darüber. Stimmt das?
Das wäre mir neu. Die Polizei hat dies mir gegenüber bisher nicht zum Ausdruck gebracht. Wir befinden uns im steten Austausch, und es ist für uns entscheidend, was die Polizei zu sagen hat.

In den Berichten beklagt sich die Polizei über die mangelhafte Zusammenarbeit mit dem Sicherheitsdienst der Reitschule.
Die Polizei ist immer wieder, nicht nur vor der Reitschule, mit schwierigen Situationen konfrontiert. Bei Nachtruhestörungen, zum Beispiel, ist es generell schwierig, denn es gibt oft Widerstand gegen den Einsatz und es mangelt an Kooperationsbereitschaft. Hier ist das professionelle Verhalten der Polizei gefragt.

Beschimpfungen, Flaschenwürfe – bei der Reitschule ist der Widerstand aber systematisch. Immer wieder musste die Polizei sich zurückziehen.
Das ist nicht tolerierbar. Es ist kein guter Ausgang einer Polizeiaktion, wenn sich die Polizei zurückziehen muss. Bei einer Aktion gegen den Drogenhandel kann es aber geschehen, dass die Polizei plötzlich einer Übermacht gegenübersteht. In solchen Situationen ist es sinnvoller, zu einem anderen Zeitpunkt eine grössere Aktion mit mehr Mitteln durchzuführen, die es erlaubt, Dealer anzuhalten und zu kontrollieren.

Am 11. Dezember 2016 wurde in der Reitschule eine Evakuierungsübung durchgeführt. Die Polizisten wurden aufgefordert zu gehen. Wie beurteilen Sie dieses Verhalten?
Das ist grundsätzlich eine schlechte Ausgangslage. Die fehlende Kommunikation und Kooperation zwischen den Reitschulbetreibern und der Polizei ist das Hauptproblem. Daher führt der ehemalige Bundesrichter Hans Wiprächtiger separate Gespräche mit der Polizei und der Reitschule. Der Dialog muss wieder in Gang kommen. Bis im Sommer sind wir hoffentlich einen Schritt weiter.

Verantwortlich für die Gewalt gegen Polizisten sind offenbar linksextreme Gruppierungen.
Die Anwendung von Gewalt im Umfeld der Reitschule ist für mich inakzeptabel. Es handelt sich aber um ein Problem der Kriminalität, das die Polizei zusammen mit den Strafverfolgungsbehörden unterbinden muss. Der Gemeinderat wiederum arbeitet darauf hin, dass sich die Reitschule bewegt und sich klar von diesen Straftaten distanziert.

Wie wollen Sie das Drogenproblem in den Griff bekommen?
Mit einer ganzen Reihe von kurzfristigen, mittelfristigen und langfristigen Massnahmen. Auf dem Vorplatz wollen wir die Beleuchtung verbessern, die grosse Halle soll attraktiver werden. Wir planen die Aufhebung der Parkplätze auf der Schützenmatte, die in der Nacht als Drogen-Drive-in dient. Von einem Gastro-Container unter der Eisenbahnbrücke erhoffen wir uns ebenfalls eine Beruhigung. Generell muss die Attraktivität des Geländes erhöht werden.

Wann wird der Container aufgestellt?
Wir wollen relativ rasch vorwärtsmachen. Der Betrieb soll mit der warmen Jahreszeit zu laufen beginnen. Interessenten sind die Reitschule und der Verein Neustadt Lab.

Alec von Graffenried: Der Stadtpräsident (GFL) ist im Gemeinderat für das Dossier Reitschule zuständig.

Erstellt: 04.04.2017, 11:23 Uhr

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