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Flucht ist keine Ausrede für Blaufahrt

Weil er vor einem angeblichen Angreifer flüchten wollte, setzte sich ein stark alkoholisierter Mann ans Steuer. Das Bundesgericht hat nun den Ausweisentzug von fünf Monaten bestätigt.

Der Mann war im Dezember 2005 nach Mitternacht im aargauischen Schinznach Bad mit seinem Wagen unterwegs gewesen. Bei einer Kontrolle wurden 2,07 Promille Blutalkoholgehalt gemessen. Dafür wurde er mit 25 Tagen Gefängnis bedingt und 1300 Franken Busse bestraft. Zudem wurde ihm der Fahrausweis für fünf Monate entzogen.

Das Bundesgericht hat seine Beschwerde gegen den Ausweisentzug abgewiesen, wie aus dem heute veröffentlichten Urteil hervorgeht. Er hatte geltend gemacht, sich unverschuldet in einer Zwangslage befunden zu haben: Er und seine Familie hätten damals Morddrohungen erhalten, weil seine Schwiegermutter ihr Restaurant an eine islamische Gruppe habe verkaufen wollen.

Ins Auto gesetzt, um zu fliehen

Am fraglichen Abend habe er in einem Lokal zu Abend gegessen, als ihn drei Personen an ihren Tisch gewunken hätten. Er habe in ihnen die Urheber der Morddrohungen gesehen. Um Ärger aus dem Weg zu gehen, habe er sich zu ihnen gesetzt und es sei dann auch tatsächlich sofort über den Restaurantverkauf gesprochen worden.

Die Stimmung sei aggressiver geworden und er habe sich nicht getraut, die immer wieder neu aufgetragenen alkoholischen Getränke abzuweisen. Erst gegen Mitternacht habe er sich aus der Runde lösen können. Eine Person sei ihm zum Parkplatz gefolgt und er habe sich ins Auto gesetzt, um so schnell wie möglich zu fliehen.

Flucht auch mit Taxi möglich

Die Lausanner Richter halten dieser Argumentation entgegen, dass keine unmittelbare Gefahr bestanden habe. Anzeichen eines direkt bevorstehenden Angriffs auf Leib, Leben oder Vermögen habe er nicht geschildert. Der unangenehmen Situation hätte er auch anders entkommen und etwa ein Taxi bestellen können.

SDA/vin

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