Zum Hauptinhalt springen

Französischer Premier: Schweiz ist kein Steuerparadies

Im Steuerstreit mit der EU erhält der Bundesrat Rückendeckung aus Frankreich. Die Schweiz müsse sich aber um grössere Transparenz bemühen, sagt Ministerpräsident François Fillon.

Die Schweiz ist für den französischen Premierminister François Fillon zwar kein Steuerparadies. Bei einem Arbeitsbesuch auf Schloss Lucens rief er das Land aber zu grösserer Transparenz auf. Bundespräsident Couchepin bekräftigte die Bereitschaft der Schweiz zu neuen Verhandlungen über die Zinsbesteuerung.

Beim ersten Arbeitsbesuch eines französisch Premierministers in der Schweiz seit 17 Jahren wurde Fillon im Waadtland von Bundespräsident Pascal Couchepin empfangen. An den Gesprächen nahmen auch Aussenministerin Micheline Calmy-Rey und Bundesrat Moritz Leuenberger teil.

«Die Schweiz ist kein Steuerparadies. Sie wird weder von der OECD noch von Frankreich als solches betrachtet», sagte Fillon vor den Medien. Es bestünden aber Systemunterschiede, die zu Missverständnissen führen könnten. Die Schweiz werde deshalb aufgefordert, die transparenteren Regeln des Informationsaustausches der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) einzuführen. Das Schweizer System erlaube es, gewisse Regionen zu bevorteilen.

Transparenz ist ein wichtiges Anliegen

Man müsse schauen, ob die unterschiedlichen Systeme vergleichbar und kompatibel seien. Die Finanzkrise zeigt nach den Worten Fillons, dass Transparenz ein dringendes Anliegen ist. Frankreich sei bereit, auf bilateraler Basis und vorgezogen das Betrugsbekämpfungsabkommen zwischen der Schweiz und der EU anzuwenden.

Couchepin verwies seinerseits auf die Bereitschaft der Schweiz, neue Verhandlungen über das Zinsbesteuerungsabkommen mit der EU aufzunehmen. Dies sei aber erst möglich, wenn sich die EU auf eine gemeinsame Position geeinigt habe.

AP/vin

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch