Frappé fédéral – Der Tag der Wahl

Während den Sessionen präsentieren wir Ihnen hier die besten Nebensächlichkeiten vom Ratsalltag in Bundesbern – heute mit einer Sonderausgabe zur Bundesratswahl.

Das Bundeshaus ragt am Tag der Bundesratwahlen 2019 in der Dämmerung empor.  Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

Das Bundeshaus ragt am Tag der Bundesratwahlen 2019 in der Dämmerung empor. Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

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Ein unbekannter Kandidat

Mittwochmorgen, 7 Uhr, vor dem Bundeshaus: Bundesratskandidat Felix Albert Küchler stimmt «Bella Ciao» an und wärmt sich die Hände am Tee. Küchler tritt für das «Komitee Klimabundesrat» an, wie er sagt. Er ist allerdings noch etwas erfolgloser als Regula Rytz, von Stimmen für ihn verlautet nichts. «Dann halt nächstes Mal», sagt der Mann mit Zylinder, kritzelt mit Kreide etwas auf den Bundesplatz und wird schliesslich von der Polizei gestoppt.

Die coole Socke

Es ist eine Lobeshymne auf die bestgewählte Bundesrätin. «Viola, du bist wirklich eine coole Socke!», schreibt die Junge CVP in einem Communiqué und preist darin ihre Verteidigungsministerin in den höchsten Tönen. Die JCVP hoffe, dass Viola Amherd ihre ausgezeichnete Arbeit mutig und durchdacht mit dem notwendigen «Viola-Humor» fortsetzen könne. Auch auf Twitter huldigt ihr die Jungpartei: Wir sind unglaublich STOLZ auf dich!!! Wuhuu! #teamorange

Die Abwesenden

Nur zwei Parlamentarier fehlten laut Watson bei der Wahl: Lorenz Hess von der BDP und Doris Fiala von der FDP. Hess enervierte sich auf Twitter über die Newsplattform: «Wenn man mit Bandscheibenvorfall flach liegt, ist der Beitrag von Watson einfach nur blöd. Und natürlich auch die schlauen Kommentare!»

Unverdächtiger Ueli Maurer

Ueli Maurer ist erleichtert, dass er bei den Bundesratswahlen nicht am meisten Stimmen geholt hat. Mit 213 Stimmen erhielt er eine weniger als Alain Berset und fünf weniger als Viola Amherd. Am Fraktionszmittag im Kursaal, wo ihn die SVP feierte, sagte Maurer: «Wenn ein SVPler das beste Resultat erzielt, ist das grundsätzlich verdächtig. Und ich möchte nicht verdächtig sein.»

Die richtigen Schuhe

Immer wieder bemerkenswert: wie überfordert die Journalistinnen und Journalisten rein modisch von so einer Bundesratswahl sind. Eigentlich wäre es ja einfach: Anzug, Hemd, Krawatte. Wie es sich gehört! Stattdessen: zu lange Tschopen, zweifelhafte Hosen (die mal richtig schön waren. Während der Konf. Oder der ersten Heirat. Vielleicht aber auch gar nie) und dann: Schuhe. Oje, Schuhe. Eine Journalistin der «Zeit» verbreitete zwei Beweisbilder, die zeigten, dass viele Medienschaffende sich eher für eine gemütliche Flussfahrt oder einen samstäglichen Besuch in der Landi ausgerüstet hatten als für die Wiederwahl unserer Regierung. Wie man es besser macht, zeigte ein Bundeshausredaktor von CH Media. Als der mit seinen abgewetzten Turnschuhen in der Wandelhalle eintraf, wurde er von einem welschen Berufskollegen wieder rausgeschickt. Zieh dir mal anständige Schuhe an! (Was der danach tatsächlich machte. Ha!)

Zurück im Bundeshaus

Die Enttäuschung der Grünen empfand Cécile Bühlmann besonders. Die Luzernerin war die erste offizielle Bundesratskandidatin der Grünen im Jahr 2000 und sollte den Sitz des abtretenden SVP-Bundesrats Adolf Ogi erobern. Im ersten Wahlgang lag sie nur eine Stimme hinter der Favoritin Rita Fuhrer an zweiter Stelle. Danach war es jedoch vorbei mit dem Wahlglück, schliesslich ging der Sitz an den späteren SVP- und BDP-Bundesrat Samuel Schmid. Heute liess es sich Bühlmann nicht nehmen, den Grünen persönlich im Bundeshaus beizustehen. Die Hoffnung hat sie nicht verloren: «Irgendwann werden die anderen Parteien den Grünen einen Bundesratssitz zugestehen müssen.»

Erstellt: 11.12.2019, 20:06 Uhr

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