Frauenbonus mit Ablaufdatum

Einflussreiche FDP-Frauen offerieren Mitte-links einen pikanten Deal. Dieser ist gewöhnungsbedürftig, aber vernünftig.

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In der Debatte um das Frauenrentenalter und die Lohngleichheit offerieren einflussreiche FDP-Frauen um Ständerätin Karin Keller-Sutter Mitte-links einen pikanten Deal: Sie unterstützen einen gezielten AHV-Zuschlag für Frauen, erwarten aber, dass das Parlament die Vorlage zur Lohngleichheit verwirft. Der Vorschlag ist gewöhnungsbedürftig, aber vernünftig.

Er eröffnet in der zähen Debatte um die AHV neue Wege. Die Idee, den Frauen das höhere Rentenalter mit einem exklusiven AHV-Zuschlag schmackhaft zu machen, ist zwar nicht neu. Aber erst jetzt, mit den Stimmen aus der FDP, ist im Parlament eine Mehrheit in Reichweite. Gewiss, viele Männer würden sich über einen solchen Frauenbonus ärgern. Man(n) wird sich fragen, wie gerecht es ist, dass eine Frau mehr AHV erhält als ein Mann mit derselben Lohnkarriere.

Trotzdem ist die Idee gut – mit einer wichtigen Einschränkung: Der einseitige Zuschlag sollte nur befristet gelten. Dann profitieren bei den Frauen primär jene Jahrgänge, die am stärksten vom höheren Rentenalter betroffen sind. So lässt sich der Eingriff auch sachlich gut begründen – im Gegensatz zum flächen- deckenden 70-Franken-Zuschlag für Neurentner, der die letzte Reform zum Absturz brachte. Ein gezielter Frauenbonus mit Ablaufdatum kann die Chancen der nächsten AHV-Reform erhöhen.

Verzicht auf Lohnanalysen wäre attraktiv

Und dafür sollen die Frauen auf gleiche Löhne verzichten? Natürlich nicht. Aber die Gleichstellungsvorlage, die nun ins Parlament kommt, ist weit davon entfernt, die in sie gesetzten Erwartungen zu erfüllen. Die 1 bis 2 Prozent grössten Unternehmen müssten neu externe Lohnanalysen machen lassen. Wem dient das ausser den externen Lohnanalysten? Der hilflose Vorschlag illustriert vor allem, dass es nun mal Dinge gibt, die der Staat nicht regeln kann. Sonst wäre der «unerklärte» Teil der Lohndifferenz zwischen Mann und Frau nicht ausgerechnet bei Bund, Kantonen, ­Gemeinden grösser als in der Privatwirtschaft. Genau dies zeigen die letzten Daten des Bundes.

Jedenfalls: Wenn der Preis für eine Einigung bei der AHV der Verzicht auf diese Lohnanalysen ist, dann ist das ein höchst attraktiver Preis.

Erstellt: 25.02.2018, 21:53 Uhr

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