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Freie Arztwahl in der ganzen Schweiz

Ohne finanzielle Nachteile sollen die Versicherten jeden Arzt frei wählen können – zumindest im ambulanten Bereich der Grundversicherung. Auch Behandlungen im Ausland sollen einfacher werden.

Die Versicherung soll auch die Rechnung von teureren, weit entfernt praktizierenden Ärzten übernehmen: Eine Ärztin untersucht einen Patienten mit einem Stethoskop. (Gestellte Aufnahme, Keystone, Christian Beutler, 28. März 2014)
Die Versicherung soll auch die Rechnung von teureren, weit entfernt praktizierenden Ärzten übernehmen: Eine Ärztin untersucht einen Patienten mit einem Stethoskop. (Gestellte Aufnahme, Keystone, Christian Beutler, 28. März 2014)
Keystone

Der Bundesrat hat heute eine Gesetzesänderung in die Vernehmlassung geschickt, mit der Patienten ihren Arzt schweizweit frei wählen können sollen. Die Krankenkassen sollen künftig die Kosten des gewählten Leistungserbringers übernehmen müssen. Bisher wurden die Kosten höchstens nach dem Tarif vergütet, der am Wohnort oder Arbeitsort eines Versicherten oder in dessen Umgebung gilt.

Waren die Kosten für die Behandlung an einem anderen Ort höher, musste der Versicherte die Differenz selbst übernehmen. Neu sollen die Versicherten ihren Arzt oder andere Leistungserbringer im ambulanten Bereich frei wählen können, ohne dass ihnen dabei finanzielle Nachteile entstehen. Die neue Regelung führe zu keinen Mehrkosten für die Grundversicherung, schreibt das Departement des Innern (EDI).

Kostenübernahme im Ausland

Weiter will der Bundesrat in grenznahen Regionen eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit ermöglichen. Heute kann die Grundversicherung die Kosten von medizinischen Behandlungen im grenznahen Ausland nur im Rahmen von Pilotprojekten übernehmen. Zurzeit bestehen solche Projekte im Raum Basel/Lörrach und St. Gallen/Liechtenstein.

Der Bundesrat will nun gesetzliche Grundlagen schaffen, damit diese Projekte dauerhaft weitergeführt werden können und neue Formen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit möglich werden.

Risikoausgleich verfeinert

Um die Jagd nach jungen und gesunden Versicherten für Krankenkassen uninteressant zu machen, wird der Risikoausgleich weiter verfeinert. Der Bundesrat hat am Mittwoch beschlossen, dass künftig auch hohe Medikamentenkosten berücksichtigt werden sollen. In den Risikoausgleich aufgenommen werden sollen Arzneimittelkosten eines Versicherten, die über 5000 Franken liegen und nicht Teil einer Pauschale, zum Beispiel der Fallpauschale im Spital, sind. Ziel der Regelung ist es, dass auch ambulant behandelte Versicherte mit einem erhöhten Krankheitsrisiko anerkannt werden.

Heute werden für den Risikoausgleich einzig die Kriterien Alter und Geschlecht sowie seit 2012 auch ein Aufenthalt von mindestens drei aufeinanderfolgenden Nächten in einem Spital oder Pflegeheim im Vorjahr berücksichtigt.

Die Verfeinerung des Risikoausgleichs gehörte zu den unumstrittenen Teilen der 2012 an der Urne gescheiterten Managed-Care-Vorlage. Nach der Abstimmung arbeitete das Parlament eine neue Vorlage aus, die im März dieses Jahres verabschiedet worden ist.

Diese gibt dem Bundesrat die Kompetenz, weitere Kriterien für den Risikoausgleich festzulegen. Davon hat die Regierung nun erstmals Gebrauch gemacht. Die Änderung der Verordnung über den Risikoausgleich tritt am 1. Januar 2015 in Kraft, die neue Regelung für den Risikoausgleich gilt ab 2017.

SDA/rub

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