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Frick kann doch nicht aufatmen

Die Anzeige gegen Bruno Frick ist noch nicht vom Tisch. Nachdem die Staatsanwaltschaft nicht gegen den designierten Finma-Verwaltungsrat vorging, hat sich offenbar ein früherer Geschäftspartner eingeschaltet.

Hat es schwerer bei der Finma: Bruno Frick.
Hat es schwerer bei der Finma: Bruno Frick.
Keystone

Der Fall Bruno Frick ist doch noch nicht erledigt: Der Mann, der den früheren CVP-Ständerat Bruno Frick 2011 wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung angezeigt hat, will vor Kantonsgericht gehen. «Stand heute ist vorgesehen, Rechtsmittel gegen die Verfügungen der Staatsanwaltschaft einzulegen, wonach ein Verfahren nicht eröffnet werden soll», teilte dessen Anwalt der «NZZ am Sonntag» mit.

Er stützt sich auf Gutachten des Zürcher Strafrechtsprofessors Wolfgang Wohlers, nachdem die Bedingungen für ein Strafverfahren gegeben sind. Die Beschwerdefrist beträgt zehn Tage. Frick hingegen bezeichnet die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Schwyz, kein Verfahren gegen ihn zu eröffnen, als «Genugtuung»: «Der Staatsanwalt bestätigt damit meine Aussagen, nämlich dass ich ein gutes Gewissen und nichts zu befürchten habe.»

Die Staatsanwaltschaft Schwyz entkräftet in ihrer Verfügung die Vorwürfe gegen Frick. Dieser und ein weiterer Anwalt waren 1998 Verwaltungsräte einer Firma. Hauptaktionär war jener Deutsche, der jetzt gegen die beiden vorgeht. Er wirft ihnen vor, sie hätten damals ein Guthaben von vier Millionen Dollar absichtlich blockiert, um den Kauf eines Hauses in Zürich zu vereiteln. Das Haus sei später zu einem höheren Preis an einen anderen Käufer gegangen; Frick und der Anwalt seien am Mehrerlös beteiligt worden.

Grössere Hürden

Für die Wahl in den Verwaltungsrat der Finanzmarktaufsicht (Finma) muss Frick deutlich strengere Auflagen erfüllen, als die restlichen Mitglieder bisher. Wie Finma-Quellen gegenüber der «SonntagsZeitung» berichten, wurde Frick im Vorfeld seiner Wahl aufgefordert auch Mandate abzugeben, die laut dem Reglement der Aufsichtsbehörde grundsätzlich zulässig sind, wie beispielsweise seinen Sitz im Verwaltungsrat der Krankenkasse Swica.

Zu gross war die Angst vor möglichen Befangenheitsvorwürfen bei denen, die den Personalentscheid zu verantworten haben. «Im Normalfall wäre ein solches Mandat unproblematisch», sagt ein Insider. Derweil fordert der ehemalige Preisüberwacher Rudolf Strahm, dass alle Finma-Verwaltungsräte sämtliche Mandate in der Praxis abgeben müssen. «Das Reglement der Finma muss überarbeitet werden», sagt er. Strahm kritisiert, dass zu viele Verwaltungsräte und Geschäftsleitungsmitglieder den Banken nahe stehen würden.

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