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Früher Schweizer, heute staatenlos

Sieben Jahre nach der Einbürgerung nahm der Bund Francisco L. den Schweizer Pass wieder weg. Er habe eine Scheinehe geführt. Heute darf er weder gehen noch bleiben.

Er hat zwei kleine Kinder, darf aber nicht arbeiten, um sie zu ernähren: Francisco L., Sans-Papiers und Ex-Schweizer. Foto: Reto Oeschger
Er hat zwei kleine Kinder, darf aber nicht arbeiten, um sie zu ernähren: Francisco L., Sans-Papiers und Ex-Schweizer. Foto: Reto Oeschger

Der Schweizer Führerausweis erlischt nicht. Mit ihm weist sich Francisco L. heute aus, wenn er nach Papieren gefragt wird. Der Führerschein ist ihm geblieben, als einziges Dokument.

Bis 2010 war L. Schweizer Bürger, heimatberechtigt in Zürich und Oberbipp BE. Stolz sei er gewesen auf den Pass, sagt er, und dass er ihn verlieren könne, sei ihm nie in den Sinn gekommen. Weshalb auch? Seit 1996 ist L. in der Schweiz, er arbeitete in einer Bäckerei und bei den SBB, bis auf zwei kleine Verkehrsdelikte ist er nie straffällig geworden. Dennoch entschied der Bund im September 2008, seine Einbürgerung für nichtig zu erklären, ihm den Pass nach fünf Jahren wieder wegzunehmen. Mit der Begründung: L. habe eine Scheinehe geführt, sich seine Einbürgerung erschlichen.

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