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«Für einen Mann aus der Romandie spricht derzeit wenig»

Will eine Bundesratskandidatin aus der Westschweiz: FDP-Nationalrat Olivier Feller.

Sie sind Präsident des Groupe Latin der FDP-Fraktion. Das Tessin hat gute Chancen, mit Ignazio Cassis nach 19 Jahren wieder einen Bundesrat zu stellen. Gefährlich werden könnte ihm nur eine Kandidatur aus der Romandie. Gönnen die Romands dem Tessin keinen Bundesrat?

Hätte die Romandie dann auf eine Kandidatur verzichtet?

Die Waadtländerin Jacqueline de Quattro hat ihre Kandidatur lanciert, bevor klar war, dass das Tessin auf eine Einerkandidatur setzt.

Als weitere Kandidatin ist Isabelle Moret im Gespräch. Sie sprach sich nach dem Rücktritt von Eveline Widmer-Schlumpf dafür aus, dass das Tessin wieder im Bundesrat vertreten sein müsse.

Im Tessin wird der Vorwurf laut, die «solidarité latine» beschränke sich auf schöne Worte. Wenn es wirklich darum gehe, diese Solidarität zu leben, dächten die Romands nur an sich selbst.

Und was finden Sie persönlich?

Ist eine Westschweizer Kandidatur mehr als eine Alibi-Kandidatur, wenn sogar Sie den Anspruch des Tessins nicht bestreiten?

Täuscht es, oder war das Verhältnis zwischen Tessinern und Romands auch schon inniger?

Mit drei Westschweizern im Bundesrat wäre die Romandie weiterhin übervertreten. Zudem stammten bei der Wahl einer Waadtländerin zwei Bundesratsmitglieder aus diesem Kanton.

Das ist fast schon ein Aufruf zur Wahl von Cassis.

Eine so günstige Ausgangslage für das Tessin gab es seit langem nicht mehr – und wird es so bald nicht mehr geben. Johann Schneider-Ammanns Sitz wird in die Deutschschweiz gehen, die CVP wird den einzigen Sitz kaum mit einem Tessiner bestellen, und die SVP wird nach Ueli Maurers Rücktritt nicht auch noch den zweiten Sitz der lateinischen Schweiz geben.

Was spräche denn für einen Kandidaten oder eine Kandidatin aus der Westschweiz?

Den Entscheid über eine Waadtländer Kandidatur fällt der Vorstand der FDP Waadt. Wieso tun das nicht die Delegierten, wie es im Tessin der Fall war?