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GA wird Generalabo zweiter Klasse

Der Verband öffentlicher Verkehr plant ein «GA normal» und ein «GA plus». Wer ein Generalabo mit den heutigen Möglichkeiten will, zahlt viel mehr. Zum aktuellen Preis gibt's ein eingeschränktes Angebot.

GA-Besitzer zahlen im Schnitt dreimal weniger pro gefahrenen Kilometer als Käufer von einzelnen Billetten: Ein Mann zeigt in einem InterCity der SBB sein Generalabonnement. (27. November 2009)
GA-Besitzer zahlen im Schnitt dreimal weniger pro gefahrenen Kilometer als Käufer von einzelnen Billetten: Ein Mann zeigt in einem InterCity der SBB sein Generalabonnement. (27. November 2009)
Keystone

Das ganze Netz des öffentlichen Verkehrs in der Schweiz ein Jahr lang für 3300 Franken. Ein Schnäppchen, das sich 400'000 Schweizerinnen und Schweizer nicht entgehen lassen wollen. Der Verband öffentlicher Verkehr will dem ÖV-Paradies nun ein Ende bereiten, schreibt die «NZZ am Sonntag». Denn die Passagierzahlen steigen laufend. Es ist jetzt schon schwer, die Mittel für die Instandhaltung und den Ausbau der Infrastruktur aufzutreiben.

Der Direktor des Verband Ueli Stückelberger sagt gegenüber der «NZZ am Sonntag»: «Wer jeden Tag weit fahren will, soll dafür mehr bezahlen.» Der Verband, der die Preise für das Generalabo setzt, arbeitet an neuen Varianten. Das GA zum heutigen Preis soll abgespeckt werden und voraussichtlich nur noch an 50 bis 100 Tagen für Fahrten über die Grenzen der regionalen Verkehrsverbunde gelten.

Für ein «Generalabo Plus» – freie Fahrt auf dem ganzen Netz – soll der Reisende einiges tiefer in die Tasche greifen müssen. Wie tief, ist noch nicht bekannt. Die Preise wurden offenbar noch nicht berechnet.

Elektronische Tickets

Die SBB arbeiten auch an einem Projekt zur Umstellung von herkömmlichen Tickets auf elektronische Fahrscheine. Eine Chip-Karte soll ab 2017 die Fahrten aufzeichnen, und die Kunden sollen jeweils am Ende des Monats eine detaillierte Abrechnung erhalten.

Der Vorteil der Kunden-Chips für die Bahn: Sie wird genau wissen, welches Verkehrsmittel die Reisenden auf welcher Strecke benutzen und vor allem zu welchen Zeiten. Dies sagte Santiago Garcia, Programmleiter für elektronisches Ticketing, im Interview mit «Matin Dimanche». Auch die «SonntagsZeitung» und die «NZZ am Sonntag» berichteten über das Projekt. (Redaktion Tamediaberichtete bereits am Samstag)

Einführung von Rabatten geplant

Die SBB plane mit dem neuen System die Einführung von Rabatten, sagte Garcia. Diese würden von der Frequenz oder der Tageszeit der Reisen abhängen. Laut Garcia ist auch die Einführung von Rabatten bei Zugsverspätungen möglich. Ab 2014 sollen 13'500 SBB-Wagen, aber auch Busse, Trams, Schiffe und Seilbahnen mit Sensoren ausgerüstet werden.

Gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte Jean-Philippe Schmidt, Sprecher der SBB, der Verwaltungsrat habe im Februar grünes Licht für die Umsetzung des Projekts gegeben. Die Chip-Karten sollen «das Leben der Kunden vereinfachen».

Kondukteure nicht überflüssig

Mit der Einführung der elektronischen Tickets würden die Kondukteure nicht überflüssig, sie könnten ihre Arbeit «einfach ein wenig schneller erledigen», wurde Garcia weiter zitiert.

Falls das Projekt wie geplant umgesetzt wird, werden die Reisenden in Zukunft beim Betreten und Verlassen von sämtlichen öffentlichen Verkehrsmitteln über den Chip registriert, den sie auf sich tragen. Garcia sagte zur Problematik des Datenschutzes: «Den Verantwortlichen werden weniger Daten zur Verfügung stehen als den Mobilfunkbetreibern.»

Der VöV wird möglicherweise im November über die Einführung von General- und Halbtaxabonnements mit eingebautem Chip diskutieren. Dies sagte dessen Sprecher Roger Baumann auf Nachfrage der sda.

Massnahmen gegen überfüllte Züge

Die Idee, mit der Einführung von abgestuften Tarifen Anreize für Zugfahrten ausserhalb der Stosszeiten zu schaffen, wurde schon mehrfach diskutiert. Reiseströme sollen so besser verteilt und überfüllte Züge verhindert werden.

Eine erste Massnahme, Reisen ausserhalb der Pendlerzeiten attraktiver zu gestalten, war 2007 die Einführung einer vergünstigten Tageskarte für Inhaber von Halbtaxabonnents, welche erst nach 9 Uhr Gültigkeit besitzt.

Auf Widerstand stiess hingegen die Idee, die beliebten Gemeindetageskarten erst ab 9 Uhr gelten zu lassen. Preisüberwacher Stefan Meierhans konnte im vergangenen Jahr mit dem Verband öffentlicher Verkehr (VöV) eine Vereinbarung aushandeln, welche den Verzicht auf die 9-Uhr-Regel beinhaltete.

SDA/rub

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