Gebt uns die Dreiervakanz!

Denn es könnte bei den Bundesratswahlen doch so spannend sein.

Will mit dem Regieren aufhören: Doris Leuthard an der Bundesfeier in Lugano.

Will mit dem Regieren aufhören: Doris Leuthard an der Bundesfeier in Lugano. Bild: Pablo Gianinazzi/Keystone

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Es ist, als ob in einem sterbenslangweiligen Heimatfilm Heidi plötzlich eine Pistole ziehen und den Peter in einem zu schnellen Auto (vielleicht sogar einem Tesla) den Berg hinabjagen würde. Knall, bätsch, bäng, bumm: Spannung!

Unsere Heidi heisst Doris Leuthard, ihre Pistole ist ihre Ankündigung, irgendwann – 2017, 2018, 2019 – mit dem Regieren aufzuhören, und all die Möglichkeiten, die sich die Parteistrategen nun ausmalen. Wäre das nicht? Könnte das nicht? Drei aufs Mal? Noch vor den Wahlen? CVP-Präsident Gerhard Pfister wünscht sich auf jeden Fall einen koordinierten Rücktritt im Bundesrat. Aktuell würde das Leuthard, Johann Schneider-Ammann und Ueli Maurer betreffen und hätte, so Pfister, viele Vorteile. «Es würde eine Auswahl ermöglichen, in der nicht vor allem regionale Aspekte eine Rolle spielen», schrieb er in der «Schweiz am Wochenende».

Pfister schiesst damit natürlich gegen die Kandidatur von Ignazio Cassis, bei der alles egal zu sein scheint, solange Cassis sich nicht aus dem Tessin ausbürgern lässt. Und abgesehen von den staatspolitischen Problemen eines solchen Dreierrücktritts (ist es wirklich fair, wenn man noch vor den Wahlen die alten Verhältnisse zementiert?) hat der Vorschlag aus unterhaltungstechnischer Hinsicht einiges Potenzial. Man stelle sich nur das Chaos vor! Wahrscheinlich müsste man unter den Parteien Lose ziehen: Wer bringt die Frau (höchstens eine)? Wer den Ostschweizer? Sind wir sicher, dass auch niemand einen Basler hat? Und wer gibt endlich der Waadtländer FDP ihren Sitz?

Lustig wäre das, funktionieren würde es nicht. Oder nur so, wie es immer funktioniert: Am Schluss hätten wir drei Bundesräte, Männer zwischen 60 und 70, einer aus der Ostschweiz, zwei aus dem Mittelland. Und keiner aus Basel.

Vielleicht doch nicht so spannend.

Erstellt: 03.08.2017, 22:46 Uhr

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