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Gefährlich für echte Flüchtlinge

Rüpelhafte Asylmitarbeiter, die ihre Gefühle, ja ihren Job nicht im Griff haben, sind fehl am Platz.

Das Asylverfahren ist ein Massengeschäft. Bei mehreren Zehntausend Gesuchen pro Jahr müssen die Asylbewerber in hoher Kadenz befragt werden. Befrager hören mehrmals am Tag ähnliche Geschichten, die nicht selten frisiert oder erfunden sind. Dennoch sitzen sie Menschen gegenüber, die es oft unter grossen Strapazen oder Lebensgefahr in die Schweiz geschafft haben und auf ein besseres Leben hoffen.

Gerade weil die Befragungen Routinearbeit sind, erfordern sie hohe Professionalität: Herauszuhören, welche Geschichten von Verfolgung und Misshandlung glaubwürdig sind, ist anspruchsvoll. Das Verhalten gewisser Asylmitarbeiter, das Dolmetscher und Rechtsvertreter nun publik machen, ist das Gegenteil von professionell. Hören Befrager den Asylbewerbern nicht zu, werden diese beschimpft und eingeschüchtert, wird es gefährlich für echte Flüchtlinge. Traumatisierte Menschen haben Mühe, in einem einstündigen Gespräch einem Unbekannten ihr Schicksal zu schildern. Sitzen sie dann noch jemandem gegenüber, der ihnen durchs Band misstraut, haben sie schlechte Chancen auf Gehör.

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