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Gemeinderanking: Steuerparadiese verlieren an Glanz

Die «Weltwoche» hat zum dritten Mal alle Schweizer Gemeinden nach ihrer Attraktivität bewertet. In den oberen Rängen gab es grosse Umwälzungen. Der neue Spitzenreiter kommt aus der Zentralschweiz.

Erlebt einen wahren Boom: Die Gemeinde Cham am Zugersee. (Archivbild)
Erlebt einen wahren Boom: Die Gemeinde Cham am Zugersee. (Archivbild)
Keystone

Im Ranking der attraktivsten Gemeinden, das die «Weltwoche» auch in diesem Jahr wieder vorlegt (Beitrag online nicht verfügbar), hat sich einiges verändert. Während die Top Ten der beliebtesten Ortschaften noch vor einem Jahr von Steuerparadiesen am Zürichsee dominiert wurde, haben auf der Liste neu vor allem familienfreundliche Orte an Boden gut gemacht.

Freienbach SZ etwa fiel von Rang zwei auf Rang 14 zurück, Wollerau SZ rutschte von Position fünf auf Position zwölf ab. Die letztjährige Nummer eins, Feusisberg SZ, muss sich dieses Jahr mit der Silbermedaille begnügen.

Angeführt wird die Rangliste, welches vom Immobilienspezialisten IAZI im Namen der Zeitung zum dritten Mal durchgeführt wurde, von der Zuger Gemeinde Cham. Was diesen Ort auszeichnet, ist nicht etwa eine Top-Lage für Superreiche, sondern ein attraktiver Arbeitsmarkt, eine tiefe Steuerbelastung, gute Schulen und genügend Kinderbetreuungsplätze. Cham steht für einen neuen Typus erfolgreicher Gemeinden, von denen es in der Rangliste gleich mehrere in die vorderen Ränge geschafft haben. Stallikon zum Beispiel, welches neu als attraktivster Ort des Kantons Zürich gilt.

Die Lage ist entscheidend

Die Gemeinde im lauschigen Reppischtal hat damit die Goldküstenorte Herrliberg und Küsnacht auf die Ränge verwiesen. Der Ort ist besonders bei Hochqualifizierten beliebt. Aber auch bei Leuten, denen Zürich zu teuer ist, oder Familien, die ihre Kinder auf dem Land aufwachsen sehen wollen.

Bewertete wurden die Ortschaften nach einem Katalog von 19 Punkten. Dabei zeigt die Studie der «Weltwoche», dass vor allem die Lage einer Gemeinde erheblich zu deren Attraktivität beiträgt. So profitieren die Orte Stallikon und Cham deutlich von der Nähe zu Zürich bzw. zu Zug.

Umgekehrt wirkt sich die schlechte geografische Lage aber auch negativ auf die Beliebtheit eines Dorfes aus. Die Schlusslichter der Rangliste sind allesamt Gemeinden in strukturschwachen, isolierten Regionen. Auf dem letzten Platz findet sich zum Beispiel Reconvilier im Berner Jura. Die Ortschaft wird von Stellenabbau und rückläufigen Bevölkerungszahlen dominiert. Ähnlich die Situation in der unattraktivsten Gemeinde der Deutschschweiz: dem solothurnischen Gerlafingen. Seit den 1960ern ist die Anzahl der Angestellten in der dortigen Stahlindustrie um den Faktor fünf geschrumpft. Heute stagniert die Bevölkerungszahl des Ortes.

Schattenseite des Booms

Doch auch von den Gewinnern des Ratings gibt es nicht nur Positives zu vermelden. Sowohl in Cham als auch in Stallikon zeigen sich die Schattenseiten der wachsenden Beliebtheit. Die Bevölkerung in der Zuger Gemeinde ist zuletzt um bis zu 300 Menschen pro Jahr gewachsen. Die Mieten steigen und der Verkehr ist mittlerweile zum Problem geworden.

In Stallikon ist man derweil darüber besorgt, dass sich einige der Neubauten schlecht ins Gesamtbild des Dorfes einfügen. Walter Ess, Gemeindepräsident von Stallikon, meint gegenüber der «Weltwoche», er sei nicht unglücklich darüber, dass im Ort nicht mehr viel Bauland übrig ist. «Stallikon soll grün bleiben, denn die landschaftliche Schönheit ist unsere Stärke.»

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