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Genfer Stadtregierung bleibt links – Niederlage für Protestpartei MCG

Die Zusammensetzung der Genfer Stadtregierung bleibt unverändert: Vier Linke stehen einem Vertreter der Bürgerlichen gegenüber. MCG-Präsident Stauffer wird in die Exekutive von Onex gewählt.

Die Linke gewinnt in Genf: Remy Pagani, Esther Alder, Sandrine Salerno und Sami Kanaan (von links).
Die Linke gewinnt in Genf: Remy Pagani, Esther Alder, Sandrine Salerno und Sami Kanaan (von links).
Keystone

Alle Kandidaten der Linken schaffen den Sprung in die Regierung der Stadt Genf. Am meisten Stimmen hat SP-Mann Sami Kanaan (neu) erhalten, gefolgt von seiner Parteikollegin Sandrine Salerno (bisher), die zurzeit als Bürgermeisterin Genfs amtet.

Auf Platz drei folgt Esther Alder (neu) von den Grünen. Rémy Pagani (bisher), Kandidat des Linksaussen-Bündnisses «Ensemble à Gauche», kommt an vierter Stelle. Als einziger Bürgerlicher wurde der freisinnige Pierre Maudet (bisher) gewählt. Er erreichte den fünften Platz.

Doppeltes Spiel der Liberalen nicht aufgegangen

Florence Kraft-Babel von den Liberalen muss mit dem sechsten Platz vorlieb nehmen. Das doppelte Spiel ihrer Partei, die im Kanton Genf noch nicht mit den Freisinnigen fusioniert hat, hat sich damit nicht bewährt.

Denn die Liberalen sind sowohl mit ihren traditionellen Partnern CVP und FDP eine Listenverbindung eingegangen als auch mit der SVP. Grund für diese doppelte Allianz war ihr schlechtes Abschneiden bei den Parlamentswahlen vor gut einem Monat.

Michel Chevrolet von der CVP schliesst auf dem siebten Rang ab. Auf Platz acht und neun folgen die beiden Kandidaten des Mouvement citoyens genevois (MCG), Carlos Medeiros und Soli Pardo. Am Schluss der Liste befindet sich SVP-Mann Eric Bertinat, der von der Listenverbindung mit den Liberalen nicht profitieren konnte.

Gewinn und Niederlage gleichen sich für das MCG aus

In Onex, der sechstgrössten Stadt Genfs, zieht MCG-Präsident Eric Stauffer in die Exekutive ein. Hingegen musste die Protestpartei einen Sitzverlust in der Exekutive von Vernier, der zweitgrössten Stadt des Kantons, hinnehmen. Bis anhin bestand die dreiköpfige Exekutive aus Thierry Cerutti vom MCG, Yvan Rochat (Grüne) und Thierry Apothéloz (SP).

Um die beiden Linken aus der Exekutive zu verdrängen, schlossen sich MCG, SVP und FDP zusammen. Doch der Schuss ging nach hinten los: Die Gegenallianz von SP, den Grünen und den Liberalen konnte sich durchsetzten, ihre drei Kandidaten wurden gewählt. Das Nachsehen hatte schliesslich Cerutti.

Damit hält sich Gewinn und Verlust für das MCG die Waage. Denn keiner seiner Kandidaten schaffte zudem das nötige Quorum in Lancy, Meyrin, Carouge, Thônex, Chêne-Bourg, Chêne-Bougeries, Veyrier und Bardonnex. Zwar sind alle Resultate definitiv, doch findet am Montag eine Nachzählung zur Kontrolle statt.

Insgesamt ist das MCG in elf Gemeinden angetreten. Die Partei hatte sich ursprünglich von diesen Exekutivwahlen einiges erhofft, da sie am 13. März bei den Parlamentswahlen einen Siegeszug feiern konnte.

Tiefere Stimmbeteiligung

Die Stimmbeteiligung bei den Kommunalwahlen beträgt 36,5 Prozent und ist damit 1,4 Prozent tiefer als 2007. Die vergleichsweise tiefe Beteiligung könnte laut Staatskanzlerin Anja Wyden Guelpa mit den vielen Listen zusammenhängen: Noch nie gab es so viele verschiedenen Listen wie bei diesen Wahlen - «eine Rekordzahl», wie Wyden Guelpa vor den Medien sagte. Um diese These zu stützen, brauche es jedoch eine genaue Untersuchung.

Im Kanton Genf wurden am Wochenende die Exekutiven in 44 der 45 Gemeinden neu bestellt. In der Gemeinde Corsier wurde die Wahl wegen als unkorrekt beurteilten Informationen durch die Gemeindebehörden abgesagt.

SDA/pbe

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