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Gewerkschaften und Baumeister mauern bei Lohnverhandlungen

Die Baumeister haben den Gewerkschaften eine Lohnerhöhung von einem Prozent angeboten. Doch Unia und Syna lehnen das Angebot ab: Ihnen ist die Lohnsteigerung zu «mickrig».

1,7 Prozent scheinen unüberbrückbar zwischen Gewerkschaften und Baumeistern: Die Unia während einer Demonstration für die neuen Lohnverhandlungen.
1,7 Prozent scheinen unüberbrückbar zwischen Gewerkschaften und Baumeistern: Die Unia während einer Demonstration für die neuen Lohnverhandlungen.
Keystone

Die Gewerkschaften Unia und Syna lehnen das Lohnangebot der Baumeister als «mickrig» ab. Diese hingegen sprechen mit Verweis auf die «miserable» Ertragslage, die Teuerung und die im Vergleich zu anderen Handwerkern hohen Löhne von einem guten Angebot.

Zwischen dem Angebot der Baumeister und den Forderungen der Gewerkschaften Unia und Syna liegen derzeit scheinbar unüberbrückbare 1,7 Prozentpunkte. Die Gewerkschaften fordern 150 Franken mehr Lohn pro Monat. Bei einem durchschnittlichen Lohn entspräche dies einer Erhöhung von rund 2,7 Prozent.

Die Baumeister schlagen eine Lohnerhöhung von 1 Prozent für das kommende Jahr vor: 0,6 Prozent für eine generelle Lohnerhöhung und 0,4 Prozent für individuelle Lohnerhöhungen.

«Schäbiges Lohnangebot»

Die Delegierten der beiden Berufskonferenzen Bau der Gewerkschaften Unia und Syna haben am Samstag das Baumeisterangebot je einstimmig abgelehnt, wie die Gewerkschaften am Samstag mitteilten. Sie nannten es ein «schäbiges Lohnangebot», «ein Affront» und bezeichneten die Haltung der Baumeister als «geizig».

Die Gewerkschaften begründen ihre Position mit der für die Baubranche guten Konjunktur und besten Aussichten für die nahe Zukunft.

«Miserable Ertragslage»

Dies stellt der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) nicht in Abrede. Die Auftragsbücher seien tatsächlich voll, wiederholte SBV- Präsident Werner Messmer die Argumente der Baumeister auf Anfrage. «Aber die Ertragslage ist miserabel.» Grund dafür ist laut SBV- Direktor Daniel Lehmann der ruinöse Wettbewerb unter zu vielen Anbietern.

Die Gewerkschaft Syna hat das Problem erkannt und schlägt Beschränkungen von Akkord- und Temporärarbeiten vor - konkret eine Solidarhaftung der Baufirmen gegenüber Unterakkordanten und Quoten für Temporärarbeiten im Verhältnis zu festangestellten Personen.

Davon will jedoch Messmer nichts wissen; diese Forderungen lösten das schon lange bestehende Strukturproblem der Baubranche nicht. «Die goldenen Zeiten in Bezug auf Ertrag sind vorbei.»

Gegen öffentliche Polemik

Weiter begründen die Baumeister ihre Haltung damit, dass die Angestellten im Bauhauptgewerbe die «höchsten Löhne aller Handwerker haben», wie Messmer sagte. Zudem entspreche das Angebot bei einer Teuerung von 0,3 Prozent einer Reallohnerhöhung von 0,7 Prozent.

Und schliesslich akzeptiere der Baumeisterverband nicht mehr, dass die Gewerkschaften jede Verhandlungsrunde in der Öffentlichkeit polemisch ausbreiteten. Dies sei bei den Delegierten mit ein Grund für die Ablehnung der Gewerkschaftsforderungen gewesen.

Verhandlungen stocken

Die Unia forderte am Samstag die Arbeitgeber auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren «und ein besseres Angebot zu unterbreiten». Die Baumeister seien zur geplanten fünften Verhandlungsrunde gar nicht mehr erschienen, sondern hätten «lediglich ihr völlig ungenügendes Angebot aus einer früheren Runde bekräftigt».

Messmer hingegen sprach von einem gemeinsamen Entscheid, sich nicht mehr zu treffen; dieser Entscheid sei nach zwei persönlichen Gesprächen zwischen ihm und Unia-Verhandlungsleiter Hansueli Scheidegger gefällt worden.

Messmer will nun erst auf eine persönliche Kontaktaufnahme warten und dann entscheiden, ob die Baumeister an einer weiteren Verhandlungsrunde teilnehmen. Die Aussichten seien jedoch trübe, sagte er. Ausschliessen will er eine solche aber nicht.

SDA/ske

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