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Grauzonen der Geschichte

Eine neue Studie geht von «nur» 4000 jüdischen Flüchtlingen aus, die während des Zweiten Weltkriegs an der Schweizer Grenze abgewiesen wurden.

Schweizer Soldaten erstellen im Kriegsjahr 1944 Markierungstafeln zur Kennzeichnung der Landesgrenze. Foto: Theodor Strübin (Keystone, Museum BL)
Schweizer Soldaten erstellen im Kriegsjahr 1944 Markierungstafeln zur Kennzeichnung der Landesgrenze. Foto: Theodor Strübin (Keystone, Museum BL)

Seit vergangenem Samstag hat sich die Schweizer Geschichtsschreibung mal wieder in einen politischen Kampfplatz verwandelt: An der Universität Genf wurde eine Dissertation verteidigt, in der es um die Juden geht, die während des Zweiten Weltkriegs an die Schweizer Grenze gelangt waren, dort eingelassen oder abgewiesen wurden. Gemäss der neuen Studie waren es maximal 4000 jüdische Flüchtlinge, die von den Schweizern ausgeschafft oder zurückgewiesen wurden. Im kollektiven Gedächtnis hat sich aber die weit höhere Zahl von 24'500 zurückgewiesenen Emigranten eingeprägt, die sich auch im Bergier-Bericht findet, mit dem die Flüchtlingspolitik der Schweiz von unabhängigen Historikern untersucht wurde.

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