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«Grösster Folter-Fall für die Schweiz»

Ousman Sonko muss in Schweizer Untersuchungshaft bleiben. Dem ehemaligen Innenminister Gambias soll hier der Prozess gemacht werden.

«Verdichtung des dringenden Tatverdachts»: Die Bundesanwaltschaft ermittelt weiterhin gegen Ousman Sonko.
«Verdichtung des dringenden Tatverdachts»: Die Bundesanwaltschaft ermittelt weiterhin gegen Ousman Sonko.
Jollofnews
Sonko war von 2006 bis 2015 gambischer Innenminister im Regime des Autokraten Yahya Jammeh (im Bild).
Sonko war von 2006 bis 2015 gambischer Innenminister im Regime des Autokraten Yahya Jammeh (im Bild).
Rebecca Blackwell/AP, Keystone
Seit Januar 2017 sitzt Sonko in der Schweiz in Untersuchungshaft.
Seit Januar 2017 sitzt Sonko in der Schweiz in Untersuchungshaft.
Alessandro della Valle, Keystone
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Bereits zum vierten Mal wird die Untersuchungshaft von Ousman Sonko verlängert. Der ehemalige gambische Politiker sitzt seit einem Jahr in einem Schweizer Untersuchungsgefängnis, wo er auch mindestens die nächsten sechs Monate verbringen soll. Das Bundesgericht geht von einer «Verdichtung des dringenden Tatverdachts» aus, wie die «Rundschau» berichtet.

Sonko war im Regime des Autokraten Yahya Jammeh von 2006 bis 2017 gambischer Innenminister sowie hoher Polizeibeamter. In Ausübung dieser Ämter wird er für willkürliche Verhaftungen, Folterhandlungen und sexuelle Gewalt verantwortlich gemacht.

Gambia besteht nicht auf Auslieferung

2016 floh Sonko in die Schweiz, wo er Asyl beantragte. Nachdem die «Rundschau» in einem Beitrag im Januar 2017 über ihn berichtet hatte, erhob die Nichtregierungsorganisation «Trial International» Klage gegen ihn. Seither ermittelt die Bundesanwaltschaft gegen ihn wegen Verdachts auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Offenbar hat die demokratische gewählte Regierung Gambias kein Interesse an der Auslieferung Sonkos. Als Begründung sagt der gambische Justizminister gegenüber der «Rundschau» aus, dass man sich nicht in das Schweizer Verfahren einmischen wolle.

«Testfall für die Schweiz»

Es ist davon auszugehen, dass die Bundesanwaltschaft Anklage gegen Sonko erheben wird. «Trial International»-Direktor Philip Grant begrüsst das Verfahren der Bundesanwaltschaft: «Für die Schweiz, die sich gerne damit brüstet, dass sie die Menschenrechte und das internationale Völkerrecht respektiert, ist das eine Art Testfall», sagt er in der «Rundschau». Womöglich werde das der grösste internationale Fall von Folter, den die Schweiz je behandelt hat.

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