Grosse Umfrage – was Leser von der Bundesratswahl erwarten

Knapp 9000 Teilnehmer haben ihre Stimme abgegeben. Die Auswertung zu Kandidaten, Ämterverteilung und Toni Brunners «Nein».

SVP-Liebling der TA-Leserschaft: Hannes Germann.

SVP-Liebling der TA-Leserschaft: Hannes Germann. Bild: Keystone

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Stichwort Zauberformel: Wie soll sich der Bundesrat zusammensetzen?
Geht es nach den knapp 9000 TA-Lesern, die an der Umfrage teilgenommen haben, so soll die Zauberformel neu gesetzt werden. 42,2 Prozent würden demnach nicht nur der SVP einen zusätzlichen Sitz zusprechen, sondern auch die Zweiervertretung der FDP um einen Sitz reduzieren. Stattdessen sollen die Grünen, die zuletzt als Wahlverlierer hervorgingen, zu einem Sitz im Bundesrat kommen.

Welche Bedingungen müssen SVP-Kandidaten für den Bundesrat erfüllen?
Für fast die Hälfte der Befragten käme ein SVP-Bundesrat nur infrage, wenn er sich für die Bilateralen ausspricht und sich an die Einhaltung der Menschenrechte hält. Demgegenüber stehen jedoch auch 36,1 Prozent, die der Meinung sind, dass ein SVP-Bundesrat keinerlei Bedingungen zu erfüllen habe.

Der lachende Dritte? Landet in der Umfrage der wählbaren SVP-Kandidaten auf dem dritten Platz. (Foto: Keystone)

Welchen Typ Kandidat soll die SVP vorschlagen?
Ein SVP-Bundesrat, der stramm auf Parteilinie politisiert, wäre den meisten TA-Lesern nicht geheuer. Allerdings wünschen sie sich auch keinen Abweichler. Vielmehr soll er oder sie – finden 55,9 Prozent der Befragten – parteigetreu mit einer Fähigkeit zum Kompromiss ausgestattet sein.

Welcher SVP-Kandidat soll gewählt werden?
Dieser Wunsch nach Konsensfähigkeit zeigt sich auch dann, wenn sich die Befragten auf einen konkreten Kandidaten festlegen müssen. Der Schaffhauser Hannes Germann erhält fast ein Drittel der Stimmen, dahinter folgt der Bündner Heinz Brand. Auf Platz drei folgt jedoch ein Kandidat, der sich mehr durch pointierte Aussagen denn durch Konsensfähigkeit einen Namen gemacht hat: der Walliser Oskar Freysinger.

Von vielen als weibliche Kandidatin gewünscht, sie will aber nicht: Natalie Rickli. (Foto: Keystone)

Muss die SVP zwingend auch noch eine Frau vorschlagen?
Vielleicht muss Natalie Rickli doch noch über ihren Schatten springen. Denn eine erdrückende Mehrheit von 77 Prozent wünscht, dass die Partei ihr Kandidatenkabinett mit einer Frau ergänzt.

Für wie gross halten Sie die Chance, dass SVP-Parteipräsident Toni Brunner doch noch kandidiert?
Mehrmals wurde er angefragt, stets lehnte er ab: Toni Brunner, aktueller SVP-Parteipräsident und Wunschkandidat vieler Rechtsvertreter. Mehr als die Hälfte der Befragten schätzen die Chance, wonach sich Brunner noch erweichen lässt, als «gering» ein.

Welche Partei soll das vakante Finanzdepartement übernehmen?
Geht es um Finanzfragen, sprechen 37,1 Prozent der Leser der SVP das Vertrauen aus. Das sind gut 2 Prozent mehr Stimmen, als die FDP erhält. Nur gut 6 Prozent wünschen sich, dass das Finanzdepartement von einem CVP-Vertreter geführt wird.

Welchen Leistungsnachweis muss ein künftiger Bundesrat mitbringen?
Will einer in den Bundesrat gewählt werden, muss er den entsprechenden Leistungsnachweis erbringen. Mehr als die Hälfte der Abstimmenden setzt Exekutiverfahrung als zwingendes Kriterium voraus. Immerhin 26,2 Prozent haben diesbezüglich keine Ansprüche: Es reiche, wenn der Bundesrat ein Mann/eine Frau aus dem Volk sei.

Lässt er sich noch zu einer Kandidatur drängen? SVP-Präsident Toni Brunner. (Foto: Keystone)

Muss zwingend jede Sprachregion im Bundesrat vertreten sein?
Die Sprachregion müssen nicht proportional im Bundesrat vertreten sein. Diese Ansicht vertreten 67,7 Prozent der Befragten. Hauptsache sei, dass die kompetentesten Leute gewählt würden.

Wie viele Bundesräte dürfen maximal aus demselben Kanton sein?
Wie viel politische Macht darf ein einzelner Kanton im Bundesrat vereinen? Mehr als die Hälfte der Befragten ist der Meinung, dass ein einzelner Kanton höchstens zwei Bundesräte stellen dürfe. Gut 30 Prozent würden die Grenze schon bei einem Vertreter ziehen.

* Da die Umfrage weder auf einer Zufallsauswahl der Befragten noch auf einer Gewichtung der Antworten basiert, erheben die Resultate keinen Anspruch darauf, die Meinung der ganzen Leserschaft oder gar der ganzen Bevölkerung wiederzugeben. (mrs)

Erstellt: 05.11.2015, 18:09 Uhr

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