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Grosse Versicherer wollen höhere Prämien für ältere Menschen

Helsana, Groupe Mutuel und Sanitas wagen sich an ein Tabu: Sie stellen das Solidaritätsprinzip bei der Krankenversicherung in Frage. Ältere Menschen sollen die von ihnen verursachten Kosten stärker selber tragen.

Alte Menschen als Kostenfaktor: Hochbetagter Patient in der Geriatrieabteilung des Zürcher Waidspitals. (Archivbild)
Alte Menschen als Kostenfaktor: Hochbetagter Patient in der Geriatrieabteilung des Zürcher Waidspitals. (Archivbild)
Keystone

Drei grosse Krankenkassen der Schweiz orten Probleme bei der Solidarität zwischen den Generationen: In Bezug auf die Gesundheitskosten würden junge Menschen im Vergleich zu älteren Menschen zu stark belastet.

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung stelle sich die Frage, ob das System mit einheitlichen Kopfprämien, Risikoausgleich und individueller Prämienverbilligung für die Zukunft noch tauge, hielten die Krankenkassen Helsana, Groupe Mutuel und Sanitas heute Donnerstag fest.

Die drei Krankenversicherer hatten sich im vergangenen Juli zur Allianz Schweizer Krankenversicherer (ASK) zusammengeschlossen. Ihr Ziel ist es, gegen zu viel Regulierung und Fehlanreize im Gesundheitswesen zu kämpfen. Die drei Kassen vereinigen rund ein Drittel aller Grundversicherten in der Schweiz auf sich.

Eine Möglichkeit: Höhere Prämien für Alte

Weil ältere Menschen höhere Gesundheitskosten verursachen, muss nach Ansicht der Versicherer-Allianz auch die Einheitsprämie überdacht werden. Höhere Krankenkassenprämien für ältere Menschen sei aber nur eine mögliche Lösung, sagte ASK-Direktor Reto Dietschi der Nachrichtenagentur sda.

Die jüngere Generation könnte auch über andere Wege als über unterschiedliche Prämienstufen entlastet werden, etwa über einen aus Steuergeldern finanzierten Topf, sagte Dietschi. Heute seien verschiedene finanzielle Instrumente übereinander gelagert. Diese Finanzströme wolle Allianz nun analysieren.

So werden zum Beispiel Milliarden von Franken von der jüngeren zur älteren Generation verschoben, die dann durch steuerfinanzierte Prämienverbilligungen teilweise wieder an die Jungen zurückflössen, halten die Krankenversicherer in ihrer Medienmitteilung fest.

SDA/ami

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