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Haarsträubende Versäumnisse

Martina Frei über den Tierquäler von Hefenhofen TG.

Seit rund einem Jahrzehnt ist bekannt, dass die Pferde auf dem Hof des Landwirts Ulrich K. unter Bedingungen leben, die alles andere als artgerecht sind. Die Einheimischen wussten es, auch in der Reiterszene war es ein offenes Geheimnis. «Hat jemand beim K. im Thurgau schon mal ein Pferd gekauft?», fragte 2011 eine Person in einem Reiterforum im Internet. Die Antworten waren einschlägig: «Ich würde nie bei ihm kaufen, aus moralischen Gründen», schrieb eine Frau.

2008 beschloss die Armee nach einer Betriebs­besichtigung, dort keine Pferde mehr zu erwerben. Die Stellungnahme der Armee, nachzulesen auf der Website des Vereins gegen Tierfabriken Schweiz, zeigt haarsträubende Versäumnisse auf. Der Pferdezüchter habe «systematisch und wiederholt in vielen Bereichen der Pferdehaltung die gültigen Tierschutzvorschriften verletzt», so das Fazit. Auch bei einer erneuten Überprüfung durch die Armee vor rund fünf Jahren – aufgrund eines Wiedererwägungsgesuchs durch den Landwirt – hatte sich dort nichts an den Zuständen gebessert.

Zwölf bis sechzehn Stunden am Tag bewegen sich Pferde in freier Natur. Das Schweizer Gesetz gesteht ihnen zwei Stunden Auslauf pro Tag zu – viel zu wenig für dieses Bewegungstier par excellence. Doch nicht einmal dies erhielten die Pferde laut dem Armeebrief auf dem Hof in Hefenhofen.

Die Behörden im Thurgau sind in Erklärungsnot. Warum haperte es mit dem Gesetzesvollzug? Weshalb bekam der Landwirt noch tagelang Zeit, bevor sie – auf medialen Druck hin – endlich einschritten?

Die Reaktion der Öffentlichkeit auf die schockierenden Bilder sollte alle Tierhalter warnen, die meinen, sie müssten es mit dem Wohl der Tiere nicht so genau nehmen. Und auch die Ämter, die dafür zuständig sind, die Vorschriften umzusetzen.

Den Aktivisten, die unbequem und hartnäckig auf die Zustände hingewiesen haben, gebührt ­Anerkennung. Ebenso der Frau, die mit ihrer mutigen Anzeige nun endlich zum Ende des Leids ­beigetragen hat.

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