Haltet die Klappe

Tempo 30 in der ganzen Stadt würde die lauten Raser stoppen.

Volles Rohr: Die Einführung von Tempo 30 könnte den Lärmpegel senken.

Volles Rohr: Die Einführung von Tempo 30 könnte den Lärmpegel senken. Bild: Gaetan Bally/Keystone

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Vornehmlich am Samstag fahren Boliden durch die Strassen und machen mit ihren heulenden Motoren Angst. Damit erreichen sie optimale Aufmerksamkeit unter den bummelnden und einkaufenden Menschen. Nachdem ihnen das Limmatquai und der Münsterhof zum Schaufahren entzogen wurden, gibt es offensichtlich noch immer genügend Strassen dafür.

Obwohl solche Klappenauspuff-Boliden seit dem 1. Juli in der EU und der Schweiz strengeren Vorschriften unterliegen, können sie bei uns dank einer Gesetzeslücke und dem Segen rechtsbürgerlicher Parlamentarier bis 2022 weiterfahren (TA vom 20. 7.). Und solange sich die Fahrer an das Gesetz halten, kann die Polizei nichts machen. Dabei stört der Lärm gewaltig, und das Verkehrsklima wird massiv beeinträchtigt. Die Städte Luzern und Zürich möchten den zuschaltbaren Klappenauspuff in Siedlungsgebieten verbieten, aber das wird noch lange dauern.

Als Lösung wäre eine Einführung von Tempo 30 auf dem ganzen Stadtgebiet ebenfalls denkbar. Das hätte mehrere Vorteile:

  • Der Verkehr würde beruhigt – wobei der Autoverkehr davon sogar profitiert, weil er gleichmässiger fliessen und sogar schneller würde. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt auf Stadtgebiet jetzt schon unter 20 km/h.
  • Der Lärmpegel würde erheblich sinken.
  • Velofahrende würden auf der Strasse zu gleichberechtigten Verkehrspartnern.
  • Die vom Bund vorgeschriebenen Lärmbekämpfungsvorgaben würden erfüllt.

Mit einer flächendeckenden Einführung von Tempo 30 wäre eigentlich allen geholfen. Zugleich würde man damit die Bolidenbolzer los. Die ohnehin keiner vermisst ausser sie selber.

* Pete Mijnssen ist Herausgeber des Fachmagazins «Velojournal». (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 08.08.2016, 23:47 Uhr

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