Heidi Z’graggen will in den Ständerat

Für den Bundesrat hat es nicht gereicht, jetzt soll es der Ständerat sein: Die ehemalige Urner CVP-Bundesratskandidatin will in die kleine Kammer.

Neues Ziel: Heidi Z’graggen liebäugelt mit der Wahl in die kleine Kammer. (4. Dezember 2018)

Neues Ziel: Heidi Z’graggen liebäugelt mit der Wahl in die kleine Kammer. (4. Dezember 2018) Bild: Anthony Anex/Keystone

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Ständerat Isidor Baumann hat genug und will einer jüngeren Person Platz machen. Er hat nach der Frühlingssession angekündigt, dass er im Herbst nicht mehr antreten werde. Gestern präzisierte er seine Rücktrittsgründe gegenüber SRF: Er wolle nicht mehrere Jahre über das Pensionsalter eine Funktion wahrnehmen, die auch von anderen besetzt werden möchte. Und er habe einiges erreicht, so zum Beispiel den Verfassungsartikel in der Landwirtschaft, aber auch kleinere Geschäfte wie die Treibstoff-Rückerstattung für die Pistenfahrzeuge, die für den Wintersport eine grosse Bedeutung hätten, habe er durchgebracht.

Nun hat sich die ehemalige CVP-Bundesratskandidatin und Urner Regierungsrätin Heidi Z’graggen entschieden, den Sitz für die CVP zu verteidigen. Sie stelle sich zur Wahl als Ständerätin für den Kanton Uri zur Verfügung. Sie erklärt auf Anfrage: «Ich habe das dem Parteipräsidenten der CVP Uri auch so mitgeteilt.» Sie wolle als Ständerätin einen Beitrag dazu leisten, die Schweiz in eine gute und erfolgreiche Zukunft zu führen.

Die Vertretung des Bergkantons in Bern sei sehr wichtig: «Uri bringt vielfältige Leistungen im Interesse der ganzen Schweiz, denken wir an den europäischen Strom- oder Verkehrstransit oder aber auch an die Leistungen als eines der Wasserschlösser der Schweiz.» Z’graggen trat schon einmal als Ständeratskandidatin an: Im Jahr 2010 unterlag sie dem Parteilosen Markus Stadler.

Es könnte sich Historisches ereignen

Wer sich exponiere, müsse auch mit Niederlagen rechnen, sagte sie im vergangenen Herbst, als sie ihre Kandidatur für den Bundesrat bekannt gab: «Nur wenn Frauen sich zur Wahl stellen, können sie nominiert und gewählt werden.» Z’graggen unterlag bereits im ersten Wahlgang der Walliserin Viola Amherd. Wie sich nun zeigt, hat sie diese Niederlage überwunden und die Kampfeslust wiedergefunden: «Mit meinen Erfahrungen als Regierungsrätin und als Mitglied verschiedener interkantonaler Gremien kenne ich die Anliegen und Bedürfnisse des Kantons Uri und der Kantone.»

Deshalb kandidiere sie nun für den Ständerat. Als Bundesrätin hätte sie für Uri Historisches erreicht, denn noch nie hat ein Vertreter dieses Zentralschweizer Kantons den Weg in die Landesregierung geschafft. Aber auch mit einer allfälligen Wahl in die kleine Kammer könnte sie in die Geschichtsbücher eingehen: Sie wäre die erste Frau, welche den Kanton Uri im Ständerat vertreten würde.

Erstellt: 26.03.2019, 16:42 Uhr

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