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Heute lernen wir Daten schützen

Der Klassenalarm via Whatsapp ist gefährdet? Gut so!

MeinungEdgar Schuler
Kinder unter 16 Jahren sind auf Whatsapp nicht mehr zugelassen: Schüler mit ihren Smartphones auf einem Pausenplatz. Bild: Keystone/Christof Schuerpf
Kinder unter 16 Jahren sind auf Whatsapp nicht mehr zugelassen: Schüler mit ihren Smartphones auf einem Pausenplatz. Bild: Keystone/Christof Schuerpf

Leerlauf, Posse, weltfremd – die Meinungen waren schnell gemacht: Whatsapp, der weltweit beliebteste Handy-Kurznachrichtendienst, hat seine Nutzungsbedingungen dem neuen EU Daten­schutzgesetz angepasst. Kinder unter 16 Jahren sind nicht mehr zugelassen, auch nicht in der Schweiz. Lehrer hierzulande halten das laut der «SonntagsZeitung» für ein Problem. Dieser einfache und allgegenwärtige Kommuni­kationsweg ist ihnen nun verwehrt.

Datenschutz – gerade für Daten von Kindern und Jugendlichen – ist aber weder ein Leerlauf noch eine Posse. Und weltfremd ist nicht dieses «Verbot», das ja auch verführerisch einfach zu umgehen wäre. Weltfremd sind Lehrer und Eltern, die auf Whatsapp setzen, einfach weil es bequem und gratis ist. Und weil man damit ja angeblich irgendwie die «Jungen in ihrer Welt abholen» kann.

Ja, Whatsapp ist bequem und «gratis», aber nicht, weil sein Besitzer – Facebook – selbstlos Schweizer Lehrer bei der Hausaufgabenhilfe unterstützen will. Der Multimilliardenkonzern verfügt damit vielmehr über einen weiteren Kanal, auf dem er persönliche Nutzerdaten für den Verkauf an die Meistbietenden absaugt. Wenn jetzt tatsächlich Lehrer Whatsapp-Klassenchats schliessen, lernen die Kinder Wesentliches über die schöne neue Welt des Internets, in der nichts so bequem und gratis ist, wie es scheint.

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