Zum Hauptinhalt springen

Hilferuf für asylsuchende Frauen und Mädchen

Auf der Flucht seien Frauen und Mädchen permanent von Gewalt und sexuellem Missbrauch bedroht, klagt eine Hilfsorganisation. Sie fordert Änderungen am Schweizer Asylverfahren.

Der Bundesrat bevorzugt den Status der Schutzgewährung: Das Bundesasylzentrum Glaubenberg. (1. Oktober 2016).
Der Bundesrat bevorzugt den Status der Schutzgewährung: Das Bundesasylzentrum Glaubenberg. (1. Oktober 2016).
Alexandra Wey, Keystone
Variante 1: Die vorläufige Aufnahme (F-Ausweis) wird durch eine ordentliche Aufenthaltsbewilligung (B-Ausweis) ersetzt: Das Bundesasylzentrum Glaubenberg.
Variante 1: Die vorläufige Aufnahme (F-Ausweis) wird durch eine ordentliche Aufenthaltsbewilligung (B-Ausweis) ersetzt: Das Bundesasylzentrum Glaubenberg.
Alexandra Wey, Keystone
Variante 3: Die vorläufige Aufnahme wird punktuell angepasst: Das Bundesasylzentrum Glaubenberg.
Variante 3: Die vorläufige Aufnahme wird punktuell angepasst: Das Bundesasylzentrum Glaubenberg.
Alexandra Wey, Keystone
1 / 4

Weibliche Asylsuchende fliehen oft nicht nur aus politischen Gründen oder vor Gewalt sondern auch vor Ausbeutung, sexuellem Missbrauch, Genitalverstümmelungen oder Zwangsheirat.

Doch im Schweizer Asylverfahren werden diese Umstände zu wenig oder gar nicht berücksichtigt. Das könne zu Fehlentscheiden führen, kritisiert die Schweizerische Beobachtungsstelle für Asyl- und Ausländerrecht (SBAA).

Permanent bedroht

Auch auf der Flucht seien Frauen und Mädchen durch Schlepper oder männliche Flüchtlinge permanent von Gewalt, sexuellem Missbrauch und Ausbeutung bedroht, heisst es in dem am Montag veröffentlichten SBAA-Fachbericht «Frauen – Flucht – Asyl: Die Situation von Frauen und Mädchen auf der Flucht und im schweizerischen Asylverfahren».

Und wenn sie es – in vielen Fällen zusammen mit ihren Kindern – in die Schweiz schafften, warteten im Asylverfahren weitere Hürden auf sie. Denn Asylgesuche von Frauen und Mädchen würden oft wegen mangelnder Glaubhaftigkeit abgewiesen. Doch diese Ungereimtheiten seien meist die Folge einer erlebten Traumatisierung.

Fluchtgründe als privates Problem abgestempelt

Die SBAA fordert deshalb, dass Gewalterfahrungen und Traumatisierungen «im Asylverfahren zwingend berücksichtigt werden» müssten. Auch die Lebenssituation der Frauen und Mädchen in den Herkunftsländern müsse in das Verfahren einfliessen. All zu oft würden die Fluchtgründe als privates Problem abgestempelt.

Dazu komme, dass das Asylverfahren in der Schweiz auf Männer ausgelegt sei. Dadurch würden die Rechte von Frauen und Mädchen oft missachtet, «obwohl das Verfahren auf die Schwächsten und Verletzlichsten ausgerichtet sein müsste», heisst es in dem Bericht. Das Asylgesetz müsse deshalb entsprechend angepasst werden.

Situation sei unmenschlich

Die SBAA ruft die verantwortlichen Behörden und Institutionen weiter dazu auf, in den Asylunterkünften die Sicherheit der Frauen zu gewährleisten, Frauen und Männer getrennt unterzubringen und in jedem Zentrum eine Kinderbetreuung zu organisieren. Die Situation in den Nothilfestrukturen sei unmenschlich und müsse dringen an die Bedürfnisse von Frauen und Kindern angepasst werden.

Ausserdem wird das Staatssekretariat für Migration (SEM) aufgefordert, eine getrennte Asylstatistik für Frauen und Männer mit detaillierten Angaben über die Ablehnungsgründe zu veröffentlichen.

SDA/rub

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch