Historischer Tiefstand bei HIV-Fällen

Das Bundesamt für Gesundheit nennt zwei Gründe für die positive Entwicklung. Eine andere übertragbare Infektion nimmt jedoch zu.

Die Aufklärung bleibt wichtig: Informationsmaterial zur Love-Life-Kampagne des Bundes. (Keystone/Peter Klaunzer/Archiv)

Die Aufklärung bleibt wichtig: Informationsmaterial zur Love-Life-Kampagne des Bundes. (Keystone/Peter Klaunzer/Archiv)

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In der Schweiz erreicht die Zahl der HIV-Diagnosen dank Screening und frühzeitiger Behandlung einen Tiefstand: 2018 wurden dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) 425 neue Fälle gemeldet, 4,5 Prozent weniger als 2017.

Die sinkende Anzahl neuer HIV-Fälle habe zwei Hauptursachen, teilte das BAG am Montag mit: Erstens würden sich Personen mit hohem Infektionsrisiko häufiger testen lassen. So könne die Behandlung im Infektionsfall früher aufgenommen werden.

Zweitens habe wahrscheinlich auch die Präexpositionsprophylaxe (PrEP) dabei eine Rolle gespielt. Mit der PrEP kann man sich durch die Einnahme von Medikamenten vor einer HIV-Infektion schützen. Diese Massnahme wird Personen mit hohem HIV-Infektionsrisiko empfohlen. Laut Schätzungen haben letztes Jahr 1500 Personen PrEP benutzt. Dabei handelt es sich grossmehrheitlich um Männer, die Sex mit Männern haben.

Trotz der Abnahme bleibe die HIV-Prävention wichtig, betont das BAG. Nur wenn die Safer-Sex-Regeln befolgt würden, könne HIV bis zum Jahr 2030 in der Schweiz eliminiert werden. Die Krankheit bleibe unheilbar und erfordere eine lebenslange Behandlung.

Der Rückgang von HIV-Infektionen setzt sich fort. (Video: Keystone-SDA)

Anstieg der Gonorrhoe-Fälle

Bei den anderen sexuell übertragbaren Infektionen nahmen die Gonorrhoe-Fälle mit 3116 gemeldeten Fällen im Jahr 2018 um elf Prozent zu. Dieser Anstieg ist laut dem BAG vor allem auf ein verstärktes Screening infolge verschiedener Kampagnen bei den Risikogruppen zurückzuführen.

Die Chlamydiose bleibt mit 11'102 gemeldeten Fällen im Jahr 2018 stabil. Diese Stabilisierung stellt einen neuen Trend dar. Zwischen 2000 und 2016 stiegen die Chlamydiosefälle von jährlich 2000 auf 11'000 Fälle an.

Seit 2018 werden aus methodischen Gründen auch Fälle von Syphilis gezählt, die im Labor nicht bestätigt wurden. Dadurch nimmt die Gesamtzahl der Fälle zu. Im Jahr 2018 wurden dem BAG 885 neue Syphilis-Fälle gemeldet. Vertiefte Analysen zeigen aber, dass die tatsächliche Anzahl von Neuinfektionen in den letzten drei Jahren stabil geblieben ist. (fal/sda)

Erstellt: 07.10.2019, 11:21 Uhr

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