Hochwassergefahr – Testen Sie Ihr Haus

Ein Vergleich der aktuellen Überschwemmungsbilder mit Gefahrenkarten zeigt, wie genau die Prognosen sind – und dass sie helfen könnten, Schäden zu vermeiden.

Schlamm in allen Ecken und Enden: Aufräumarbeiten bei einer Bäckerei in Uerkheim AG. Foto: Keystone

Schlamm in allen Ecken und Enden: Aufräumarbeiten bei einer Bäckerei in Uerkheim AG. Foto: Keystone

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Überflutete Keller, Tiefgaragen und Unterführungen sind das Resultat vom Unwetter an diesem Wochenende. Besonders stark traf es die aargauische Stadt Zofingen und die umliegenden Gemeinden. So etwas habe er noch nie erlebt, sagte der Zofinger Feuerwehrkommandant Peter Ruch gestern vor den Medien. Gemäss Behördenangaben gibt es bislang mehr als 490 Schadenmeldungen – Schäden, die laut Versicherungen zum Teil hätten verhindert werden können.

Ein Blick auf die Gefahrenkarte des Kantons Aargau zeigt: Die überschwemmten Gebiete befinden sich teilweise in Zonen mit erhöhtem Hochwasserrisiko. Zum Beispiel Uerkheim: Das Dorf in der Nähe von Zofingen weist an gewissen Stellen eine mittlere Gefährdung auf – und wurde von den Wassermassen arg getroffen.

Präzise Gefahrenkarte

Das überflutete Uerkental ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Gefahrenkarten auch im eher gefahrenarmen Mittelland einer möglichen Realität entsprechen. Eine Luftaufnahme von gestern zeigt das Tal in Richtung Norden. Darauf sichtbar sind die Umrisse einer Überschwemmung, wie sie fast identisch auch in der kantonalen Gefahrenkarte abgebildet ist:

Überflutete Keller, weggeschwemmte Autos: Der Blick nach Nordosten ins Uerkental bei Schöftland. Bild: Leser-Reporter

Lesehilfe: Das Gebäude mit dem braunen Hallendach im Foto oben entspricht dem grossen Gebäude im unteren Teil der Karte.

Gelbe Gebiete entsprechen geringer, blaue mittlerer Gefährdung: Hochwasser-Gefahrenkarte des Uerkental. Karte: Kanton Aargau

1 Franken investiert – 5 Franken Schaden verhindert

Ein Blick auf die kantonalen Gefahrenkarten könnte helfen, sich der Gefahr bewusst zu sein und Vorkehrungen zu treffen: «Schon günstige Baumassnahmen reichen, um das Eigentum vor den Wassermassen zu schützen», meint David Schaffner der Zurich-Versicherung auf Anfrage. Zum Beispiel erhöhte statt ebenerdige Luftschächte, deren Umsetzung im Vergleich zu potenziellen Schäden nur wenig kostet. «Generell gilt: Ein Franken, den ein Eigentümer in die Prävention investiert, kann fünf Franken Schaden verhindern», so Schaffner weiter.

Gefahrenkarten werden von den Kantonen erstellt und zeigen, wo in der Schweiz Siedlungen und Verkehrswege durch Hochwassergefahren, Rutschungen, Sturzprozesse und Lawinen bedroht sind. Noch gibt es vonseiten des Bundes keine Karte, welche die ganze Schweiz in einem Tool abdeckt. Mehrere Versicherungen haben jedoch die kantonalen Daten zusammengetragen und eigene Analyse-Tools entwickelt, um das Gefahrenpotenzial von Gemeinden und Liegenschaften in der ganzen Schweiz zu beurteilen. Eine landesweite Karte vonseiten des Bundes ist in Arbeit.

Mit dem Tool der Zurich-Versicherung lässt sich für jede Liegenschaft ein Gefahrenprofil erstellen. Das Tool der Mobiliar und der Universität Bern fasst die Daten auf Gemeindeebene zusammen.

Erstellt: 10.07.2017, 15:59 Uhr

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