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«Ich befürchte, dass es mehr Fehlurteile gäbe»

Politiker fordern, dass Mord in der Schweiz nicht mehr verjährt. Strafrechtler Martin Killias erklärt, warum er dagegen ist.

Befürchtet, dass mehr Unschuldige verurteilt werden: Strafrechtler Martin Killias über den Vorschlag, Mord als unverjährbar einzustufen.
Befürchtet, dass mehr Unschuldige verurteilt werden: Strafrechtler Martin Killias über den Vorschlag, Mord als unverjährbar einzustufen.
Christian Beutler, Keystone

Politiker aus verschiedenen Parteien fordern, dass Mord in der Schweiz nicht mehr verjährt. Warum sind Sie gegen diesen Vorschlag?

Je länger es dauert, desto weniger Beweise lassen sich finden. Es wird deshalb nicht nur immer schwieriger, die Schuld eines Beschuldigten zu beweisen, sondern auch dessen Unschuld. Ich befürchte, dass es mehr Fehlurteile gäbe, wenn Mord unverjährbar würde. Nach langer Zeit ist die Gefahr gross, dass einzelne Beweise bleiben, während andere verschwinden. Beispielsweise kann man mit einer DNA-Probe beweisen, dass eine Person am Tatort war. Aber die Umstände sind nicht geklärt. Nur weil jemand am Tatort war, ist er nicht der Mörder.

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