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Im Zweifel für die Schutzsuchenden

Grenzschützer dürfen nicht willkürlich entscheiden, ob ein Flüchtling in das Schweizer Asylverfahren aufgenommen wird, oder nicht.

Die Grenzwächter in Chiasso sind nicht zu beneiden. Täglich bekommen sie das Politikversagen in der Flüchtlingskrise zu spüren. Sie müssen Migranten überprüfen, die nicht selten unwahre Angaben machen. Und obwohl sie sich an das geltende Recht und Gesetz halten, wie die Beamten stets betonen, stehen sie in der Kritik. In Chiasso sollen zahlreiche Flüchtlinge unrechtmässig zurückgewiesen worden sein.

Nun hat die Tessiner Flüchtlingshilfeorganisation Firdaus eine Dokumentation vorgelegt, die zumindest starke Indizien liefert, dass teilweise auch Flüchtlinge zurückgewiesen wurden, die ausdrücklich ein Asyl­gesuch gestellt hatten. Oder auch dass unbegleitete Minderjährige nach Italien zurückgeschickt wurden, obwohl diese um Schutz gebeten hatten und zu Familienangehörigen in der Schweiz reisen wollten. ­­Dieselben Erkenntnisse lieferten die Abklärungen von Amnesty International und der italienischen Flüchtlingsrechtsorganisation Asgi.

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