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Importverbot für Stopfleber und Wildtier-Pelz

Produkte aus quälerischer Tierhaltung sollen in der Schweiz ab sofort nicht mehr verkauft werden dürfen. Das fordern Politiker aus allen Parteien.

Herstellung von Stopfleber: Gänse und Enten werden zwangsgemästet. (Archivbild: Keystone)
Herstellung von Stopfleber: Gänse und Enten werden zwangsgemästet. (Archivbild: Keystone)

Stopfleber gilt nicht nur in Frankreich als Delikatesse. Die Herstellung ist in der Schweiz verboten, nicht aber der Import und Verkauf. Die Schweiz hat vergangenes Jahr 280 Tonnen Stopfleber eingeführt, wie die Zollstatistik zeigt. Dies, obschon Tierschutzorganisationen seit Jahren auf das Leid der Tiere aufmerksam machen und zeigen, unter welch brutalen Bedingungen die Gänse und Enten zwangsgemästet werden.

Eine überparteiliche Allianz will das jetzt stoppen und fordert per sofort ein komplettes Importverbot für Produkte, die in tierquälerischer Weise hergestellt wurden. SP-Nationalrat Matthias Aebischer hat eine entsprechende Motion eingereicht.

Die aktuellen Gesetze könnten nicht verhindern, dass in der Schweiz Produkte zum Verkauf stehen, für deren Herstellung Tiere gequält werden, so Aebischer zur «NZZ am Sonntag». Es könne nicht sein, dass in der Schweiz Produkte verkauft würden, die nicht den Schweizer Tierschutzstandards entsprächen. «Es braucht griffigere Massnahmen, einzig ein striktes Importverbot kann dem entgegenwirken.»

Stopfleber, Froschschenkel und Wildtier-Pelze

Von einem Importverbot betroffen wären unter anderem Stopfleber, Froschschenkel und Pelze von Wildtieren, deren Produktionsmethoden grundsätzlich immer tierquälerisch seien, so Aebischer. Schweizer Tierschutzorganisationen begrüssen den Schritt. Der Schweizer Tierschutz zweifelt aber daran, dass der Vorstoss politische Chancen hat. Unterstützung erhält Aebischer von Kollegen aus allen Parteien. Darunter sind auffallend viele Vertreter aus der Landwirtschaft. So etwa Bauernverbandsdirektor und FDP-Nationalrat Jacques Bourgeois oder Bauernverbandspräsident und CVP-Nationalrat Markus Ritter.

Den Bauern geht es neben dem Tierschutz auch darum, den heimischen Markt vor ausländischer Konkurrenz zu schützen. Ritter betont aber gegenüber der «NZZ am Sonntag», beim geforderten Importverbot handle es sich in erster Linie um ein gesellschaftspolitisches Anliegen.

Bundesrat prüft bereits ein Importverbot von Quälpelz

Unterstützung gibts von Seiten der Grünen. Sie haben bereits 100'000 Unterschriften für ihre «Fair Food»-Initiative gesammelt. Diese soll dafür sorgen, dass importierte Lebensmittel den Schweizer Tierschutz- und Umweltschutzvorschriften entsprechen.

Und was das Importverbot von Quälpelz angeht, hat SP-Ständerätin Pascale Bruderer bereits vorgelegt. Nachdem bekannt wurde, dass nicht alle Pelze im Verkauf korrekt deklariert sind, hat sie die Prüfung eines Importverbotes gefordert. Ein solches wird derzeit vom Bundesrat geprüft.

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